Quelle: http://trautante.de/hochzeiten-in-zeiten-des-coronavrius-i-was-ihr-als-brautpaar-tun-koennt/

UPDATE 13.03.2020 ###

Da hat uns die volle Breitseite des Coronavirus für die anstehenden Hochzeiten schneller erwischt als ich geahnt hätte. Wenn Ihr in den nächsten Wochen heiratet habe ich aus heutiger Sicht zwei weitere Tipps für Euch:

  1. Schaut unbedingt auf die Website der Gemeinde, in der Eure Hochzeitslocation liegt. Jede Gemeinde oder Stadt hat andere Verordnungen erlassen. In den einen sind alle Versammlungen verboten (zB Stuttgart), in anderen Orten sind Veranstaltungen noch erlaubt, bei uns in Wiesbaden zum Beispiel sind Veranstaltungen ab 150 Personen verboten, unter 150 Personen sind aber Auflagen zu erfüllen). Denkt bitte in keinem Fall „Ach, das wird schon gutgehen“ oder „Wir ziehen das trotzdem durch“, denn im Zweifel darf die Hochzeitslocation Euch einfach nicht mehr reinlassen ohne sich enorm strafbar zu machen. Und in Zeiten, in denen viele Selbständige und Unternehmen jetzt um ihre Existenzgrundlage bangen, können sie sicherlich keine hohen Geld- oder Gefängnisstrafen riskieren. Das versteht Ihr sicher. Also: Schaut auf die Website der betroffenen Orte!
  2. Schaut schon mal, dass Ihr eine Liste mit allen anwesenden Personen und deren ladungsfähigen Wohnadressen zusammenstellt. Bei uns in Wiesbaden sind diese Listen bereits Pflicht, aber auch wenn sie es nicht sind, helft Ihr den Gesundheitsämtern bei der lückenlosen Dokumentation der Infektionsketten.

Ansonsten gelten die Tipps unten jetzt natürlich gleich noch mehr, um Ansteckungen zu vermeiden. Und bleibt unbedingt in engem Kontakt mit Euren Hochzeitsdienstleistern. Denn natürlich versuchen wir alles, um Eure Hochzeit durchzuführen, dazu müssen aber die Informationen gut fließen 🙂

Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus

Hochzeiten während des Coronavirus Teil eins, hä? Ja, denn bei all den Schreckensnachrichten brauchen wir doch vielleicht lieber einen Denkanstoß und Ideen statt Panik und Verängstigung. Deswegen heute hier 10 Ideen, wie Ihr als Brautpaar dem Coronavirus auf Eurer Hochzeit begegnen könnt.

Morgen dann übrigens Teil II, ein Gastartikel von Simone Winkler, Anwältin aus Hamburg, die für alle Brautpaare und Hochzeitsdienstleister ein wenig Licht in das undurchsichtige Dickicht aus Spekulationen bringt. Was passiert, wenn Brautpaare absagen müssen oder wollen, wer haftet, das ganze Programm. Also kommentiert bitte schon mal jetzt Eure Fragen, dann versucht Simone, diese zu berücksichtigen. 😉

Zum Merken noch das Pinterestbild zum Pinnen und späterlesen und dann: Was können wir machen bei Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus?!

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Liebe in Zeiten der Cholera aka Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus

Ja, es stimmt, auch ich kann es nicht mehr hören, Corona hier, Corona da, überall nur noch Corona. Und hey, Ihr wollt heiraten, da habt Ihr eh andere Sachen im Kopf. Das ist vollkommen normal und völlig okay so. Und doch: Ein paar Gedanken sollten wir uns um das Coronavirus mittlerweile vielleicht doch machen. Auch und gerade dann, wenn Ihr heiraten möchtet.

Denn auch wenn man besonnen an das Thema herangeht und sich nicht an der klopapierhamsternden Panikmache beteiligt, gibt es ja schon ein paar Fragen, die man sich stellen kann, wenn man in diesem Frühling und Sommer heiraten möchte – schließlich kommen mit dem Coronavirus und der Lungenkrankheit Covid-19 auch Reiseverbote[1], Quarantänezonen und Veranstaltungsabsagen immer näher.

Katy Perry und Orlando Bloom haben ihre Hochzeit bereits auf unbestimmte Zeit verschoben[2], Stefan Mross kann seine Verlobte Anna-Carina Woitschack nicht wie geplant heiraten[3] (obwohl ich ja eh in Frage stelle, wieso man im Fernsehen heiraten muss 😉). In Italien waren Hochzeiten in einigen Regionen bereits seit Ende Februar nur noch im engsten Kreis erlaubt, wenn sie innerhalb eines Gottesdienstes stattfinden sollen sind sie mittlerweile bis mindestens April komplett verboten[4], in Österreich sind Hochzeiten mit über 100 Personen indoor ebenfalls nicht mehr erlaubt[5]. In die Summe dieser Personen zählen natürlich auch die Dienstleister[6] und ja, diese Aussage gilt ganz eindeutig auch für Hochzeiten. Wenn Ihr das hier grad in Österreich lest, könnte diese Grenze also auch schon für Eure Hochzeit gelten – und auch erste deutsche Landkreise ziehen jetzt nach, im Landkreis Pirna gilt seit gestern Abend die gleiche Grenze[7]. Hochzeiten inbegriffen.

Der Kreis Recklinghausen ist übrigens jetzt der erste mir bekannte Landkreis, bei dem standesamtliche Trauungen betroffen sein können: Die Anzahl der erlaubten Gäste ist jetzt auf 30 Gäste beschränkt wie der Kreis in einer Pressemitteilung mitteilte. [10]

Uff.

In den letzten Tagen und Stunden überschlagen sich die Meldungen und nicht nur ein Brautpaar fragte bei mir mittlerweile nach, ob sie sich Sorgen um ihre Hochzeit machen müssten.

Prinzipiell ist das natürlich schwierig zu beantworten, weil das Virus neu, die pandemischen Zustände ziemlich unübersichtlich und der Verlauf komplett unklar ist. Mit Blick auf die anstehenden Hochzeiten möchte ich aber versuchen, Euch ein paar Dinge mit auf den Weg zu geben, was wir in diesem Jahr bedenken können auf dem Weg zu Euren Hochzeiten, aber auch auf der Feier selbst 😊

Coronavirus und Hochzeiten: Nichts Genaues weiß man nicht.

Erstmal können wir festhalten: Die Hochzeitssaison hat bei uns in Europa glücklicherweise noch nicht begonnen, in den meisten Fällen wird es erst ab Mitte April so richtig kritisch. Wie die Situation also bis zur Hochzeitshochsaison aussieht, wissen wir also genau gar nicht. Bisher heißt die Devise also: Ruhig bleiben! Es ist zwar fraglich, ob das Coronavirus sich wie Grippeviren verhält und daher die Neuinfektionen im Sommer abnehmen oder ob uns der Peak mitten in der Hochzeitssaison trifft, aber ich finde, ruhig zu bleiben und abzuwarten ist erstmal eine gute Idee 😊

Achtet auf Euch und auf Andere!

Prinzipiell und ganz wichtig gilt vor allem: Stress strapaziert das Immunsystem! Also lasst Eure Hochzeitsplanung gechillt angehen! Streicht vielleicht die eine oder andere Sache die nicht elementar wichtig ist, konzentriert Euch auf das Wesentliche (Eure Liebe!!!), atmet lieber mal tief durch und genießt gesund die Vorfreude. Eure Hochzeit muss nicht instatauglich sondern voller Emotionen sein. Und das geht auch ohne stressigen Tinnef 😉

Trinkt viel, esst gesund, und klar, nehmt Euch zu Herzen, was vom Robert-Koch-Institut und den Gesundheitsämtern empfohlen wird, um gesund zu bleiben. So ganz persönlich für Euch als Braut und Bräutigam ist Gesundheit schließlich wichtig. Auch für Eure Gäste ist Gesundheit wichtig, logisch.

Aber auch für die Gesellschaft ist es wichtig, dass wir alle gemeinsam die Verbreitung des Coronavirus versuchen zu verlangsamen und möglichst viele von uns gesund bleiben. Zum Schutz derer, die von Corona sonst hart getroffen würden. Communityvibes!

Ich habe daher mein Sozialleben komplett runtergefahren und treffe mich nur noch da persönlich mit Menschen, wo es nicht zu vermeiden ist. Das heißt für mich: ausschließlich im beruflichen Kontext.

Selbstquarantäne zugunsten meiner Brautpaare also. Ehrensache 😊

Schaut doch mal auf www.infektionsschutz.de, welche Präventionsmaßnahmen das Robert-Koch-Institut empfiehlt. Dazu gehören natürlich die Hinweise, die wir gerade überall hören und lesen – also Papiertaschentücher zu benutzen und nach der Benutzung direkt zu entsorgen, in die Armbeuge zu niesen und und und – aber auch auf das Händeschütteln zu verzichten, generell Abstand zu halten und natürlich das richtige Händewaschen.

Auch an diese Hinweise möchte ich mich so gut wie möglich halten und auch Euch die Einhaltung besonders leicht machen, wenn wir uns dann doch treffen. Deswegen dazu ein paar Sätze 😊

Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen zum Coronavirus im Hause Trautante

Abstand halten!

Es wird ein Mindestabstand zwischen Menschen von ein bis zwei Metern empfohlen. Aus diesem Grund verzichte auch ich derzeit bei meinen wenigen tatsächlichen Menschenkontakten aufs Hände schütteln und schweren Herzens auch auf Umarmungen. Wer mich kennt, weiß, wie unfassbar schwer mir das fällt. ☹ Ich kuschel so so so so so so gerne, darauf zu verzichten fällt mir echt schwer! ♥

Traugespräche und Locationchecks finden erstmal wie vereinbart statt. Die Ausnahme: Da ich selbst zu einer Risikogruppe gehöre, verschiebt bitte Eure Termine, bei denen wir uns persönlich treffen, solltet Ihr auch nur winzige Anzeichen eines (wie auch immer gearteten) Infekts bemerken oder Kontakt zu einer Person mit einem Infekt oder aus einem der offiziellen Risikogebiete gehabt haben. Das gilt aber eh schon immer 😉

Kennenlerngespräche finden bis auf weiteres ausschließlich per Videotelefonat statt. Denn klar, ich möchte für meine Brautpaare und Hochzeiten fit sein. Also heißt es, das Risiko zu erkranken zu minimieren 😊 Aber Kennenlernen können wir uns super auch per Videotelefonat in Jogginghosen auf dem Sofa 😉

Hände waschen…

In meiner Repräsentanz gibt es natürlich wie immer gut riechende Seife, ist ja klar. Und wenn Ihr bei mir ankommt empfehle ich Euch, einmal gründlich die Hände zu waschen, damit etwaige Viren (und Straßendreck 😉) abgewaschen werden. Für die ganz Hartgesottenen habe ich jetzt auch Desinfektionsmittel (das ich eh schon rumliegen hatte 😉) im Bad stehen. Man weiß ja nie – und der eine oder die Andere hat sicher im Moment ab und an mal das Bedürfnis, sich die Hände zu desinfizieren, wenn man viel draußen unterwegs war. Da ich finde, Ihr sollt Euch wohlfühlen, wenn Ihr zu mir kommt, habe ich also Desinfektionsmittel da, auch wenn ich es selbst lieber mit dem Händewaschen genauer nehme, anstatt meine Haut auszutrocknen 😉

… und abtrocknen.

Ich wechsle die Handtücher in der Repräsentanz nach jedem Besuch, auch wenn das nach dem Händewaschen ja kein Problem darstellen sollte 😉 Vorsicht ist besser als Nachsicht 😊

Außerdem wasche ich Handtücher bei mindestens 60° (Sorry, Umwelt ☹)

Nun aber zum viel wichtigeren Teil dieses Textes. Zu Euren Hochzeiten und was Ihr dort für oder eher gegen das Coronavirus tun könnt. Damit Ihr und Eure Gäste Euer Fest unbeschwert genießen könnt!

Heiraten und Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus – 10 Dinge, die Ihr bedenken könnt

1. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – das A und O im Umgang mit dem Coronavirus wenn es um Eure Hochzeit geht!

Als erstes gilt: Sprecht jetzt mit Euren Dienstleistern, was Ihr im Notfall tun könnt. In den meisten Fällen dürfte es für eine Hochzeitsversicherung ja leider zu spät sein, aber mit der einen oder anderen Stellschraube könnt Ihr sicher noch hier und da Etwas tun, damit Ihr von Verboten nicht betroffen seid. Mit der einen oder anderen Vorsichtsmaßnahme wird es sicher nicht notwendig sein, Eure Hochzeit zu canceln.

Wichtig also: Bleibt jetzt erstmal ruhig und sagt Eure Hochzeit nicht aus Panik und Angst jetzt schon ab!

Wir alle wissen nicht, wie die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate aussieht, also bleibt erstmal ruhig und gelassen, sucht das Gespräch mit Euren Dienstleistern und haltet erstmal an Euren prinzipiellen Hochzeitsdaten und -planungen fest. Denn mit Panik ist Niemandem geholfen!

Eben schon erwähnt: Was auf uns zukommt, wenn es uns härter trifft und dann später tatsächlich Hochzeiten abgesagt werden müssen, erörtert morgen Anwältin Simone Winkler hier in ihrem Gastartikel. Auch wenn wir das natürlich alle nicht wollen – wir Dienstleister als allerletzte! Schließlich freuen auch wir uns auf Eure Hochzeiten! ♥

2. Jetzt erst recht: Mehr Elopments und Microweddings dank Coronavirus!

Sie erfreuen sich schon seit einer Weile der größten Beliebtheit: Hochzeiten, die nicht mit Unmengen Gästen aufwarten. Klein und intim sind sie meistens wundervolle Kunstwerke, die die Liebe feiern.

Elopements und BEZZIs, also Hochzeiten nur mit Euch Beiden oder höchstens einer Handvoll Gäste sind tatsächlich einfach wundervoll. Egal ob morgens am Eiffelturm, nachmittags mit ganz viel Liebe oder abends mit Schwarzlicht und Holipulver: ich bin sofort dabei 😊 Vielleicht ist das ja eine Überlegung wert?

Bekräftigungszeremonie schwarzlicht holi holipulver BEZZI mit freie Trauung bei Hochzeit mit Traurednerin Trautante Friederike Delong von Hochzeitsfotograf Steven Herrschaft
Foto: Steven Herrschaft

Oder Ihr denkt mal über eine MicroWedding mit weniger Gästen nach.

Die meisten meiner Hochzeiten sind eher klein, ich glaube, über 100 Gäste habe ich dieses Jahr tatsächlich nur zwei Mal. Das hat gerade in diesem Jahr ja auch Vorteile, denn: Weniger Gäste, weniger Coronagefahr 😉

Haben eine wunderbare Microwedding gefeiert: Sophie und Wolfgang in Krems an der Donau in Österreich (werden weiter unten auch nochmal erwähnt ;))
Foto: Steven Herrschaft

Vielleicht ist das für Euch der perfekte Moment, Eure Hochzeit zu verkleinern? Vielleicht hattet Ihr eh ein paar Menschen auf der Liste, von der nur Onkel Horst wollte, dass ihr sie einladet? Dann habt Ihr jetzt – mit Verlaub – die perfekte „Ausrede“, um sie freundlich auszuladen ohne dass Euch tatsächlich Jemand böse sein könnte. Schließlich müsstet Ihr sonst die Hochzeit im Ernstfall komplett absagen. Und das möchte ja ganz sicher Niemand!

Vielleicht wollt Ihr Euch durch das eingesparte Budget ja einen anderen Traum erfüllen oder besonderen Fokus auf einzelne Teile der Hochzeit legen? Ich finde, eine freie Trauung oder eine BEZZI für den ersten Hochzeitstag drängen sich für diesen Fall ja geradezu auf 😉

3. Immer beliebt: Hochzeiten draußen, gerade mit dem Coronavirus im Nacken

Fast 100% meiner Hochzeiten sollen draußen stattfinden. Und wo ich normalerweise eher „Fraktion drinnen“ bin, scheint es im Moment besser zu sein, draußen zu feiern. Erzählt das aber mal dem Regen und den nur 8° da draußen, bäh.

Ich hoffe wie alle Anderen natürlich auch, dass das Virus im Sommer ein wenig abflacht, allerdings vermuten manche Virologen auch, dass im Sommer der Peak erst erreicht sein wird. Oh Mann. Auch da gilt „nichts Genaues weiß man nicht“… Ihr könnt allen Vielleichts und Wenns zum Trotz einfach erstmal einplanen, bei gutem Wetter so viele Teile der Hochzeit wie möglich nach draußen zu verlegen. Draußen kann die Luft besser zirkulieren und Viren haben viel weniger Chancen anzugreifen. Bedenkt aber auch die andere Seite: es kann im Sommer sehr heiß werden. Wenn Ihr also alles nach draußen verlegen wollt bei strahlendem Sonnenschein, vielleicht verschiebt Ihr dann auch gleich alles ein wenig in den Abend? Dann ist die Hitze nicht so schlimm und das Fest umso rauschender 😉

Eine Affenhitze bei Mary und Tobi. Aber gewappnet 😉
Foto: Steven Herrschaft

4. Make „Händewaschen“ great again!

Mich wundert ja, dass es ein so neues Konzept zu sein scheint, sich die Hände ordentlich zu waschen, aber hey, Experten sind sich einig, dass es eines DER Erfolgrezepte ist, wenn man einer Ansteckung entgegenwirken möchte. Also, wie wäre es denn mit einem Handwaschritual für alle Gäste? Das ließe sich wirklich richtig gut in eine freie Trauung integrieren. Denn hey, wenn sich Braut und Bräutigam in der freien Trauung die Hände gegenseitig waschen, um gereinigt in die Ehe zu starten – wieso nicht gleich vor der Trauung eine coole Handwaschstation aufstellen und dazu einen Hinweis, alle Gäste mögen sich doch bitte vor der Trauung die Hände waschen um es dem Brautpaar schon vorher gleich zu tun? Fänd` ich total cool auch aus symbolträchtiger Sicht 😊

Bei Pinterest habe ich ziemlich hübsche Handwaschstationen für Outdoorhochzeiten entdeckt und Euch natürlich überhaupt ein Board zum Thema „Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus“ zusammengestellt.

Trautante | Rednerin für freie Trauung und HochzeitHeiraten in Zeiten des Coronavirus

Und wo wir schon beim Händewaschen sind: wie wäre es mit einer hübschen Handwaschanleitung passend zur Papeterie, die Ihr zu den Notfallkörbchen im Bad hängt? Wie wäre eine kleine Seifenbar neben dem Waschbecken mit mehreren verschiedenen Gerüchen, einfach weil es mehr Spaß macht?

Wie wäre als Gastgeschenk liebevoll selbstgemachte Seife mit einem Hinweis, dass das Händewaschen bitte auf Eurer Hochzeit großgeschrieben werde?

Mini-Desinfektionsmittel und Handsanitizer für die Handtasche waren in den letzten Jahren bereits beliebt als Gastgeschenke, ich fürchte aber wenn wir uns die Regale mit diesen Mitteln ansehen, dürften sie tatsächlich in diesem Jahr als Option ausfallen. Und ich finde tatsächlich, in diesen Zeiten sollten medizinische Kräfte ausreichend versorgt sein, alle diejenigen, die gesund sind, sollten also keine Hamsterkäufe unterstützen und selbst lieber verzichten. Für ganz normale Haushalte ohne Risikopatienten sind Desinfektionsmittel schließlich im Normalfall überflüssig 😉

Allerdings ach, Lilian, eine wunderbare Freundin hat heute ein DIY-Rezept für Desinfektionsmittel gebloggt. Dann ist das vielleicht doch eine Option 😀

Für die Nicht-so-DIY-Brautpaare sind aber vielleicht ein Multivitaminprodukt und ein Apfel zusätzlich zur Kopfschmerztablette in einem Hangoverkit eine Idee? Für wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist 😉

Als ich diesen Punkt anfing zu schreiben ahnte ich selbst nicht, was mein Hirn da alles ausspuckt. Da kann man Händewaschen und Ähnliches wirklich groß rausbringen auf Hochzeiten 😉

5. Abstand halten kann auch bedeuten: Lockere Sitzordnungen in freien Trauungen ♥

Klar, ganz klassisch denken Braut und Bräutigam erstmal an eine Sitzordnung für die freie Trauung, die an die meisten kirchlichen Hochzeiten angelehnt ist: Zwei Blöcke aus Gästen, dazu ein Mittelgang, fertig.

Ganz klassisch: Zwei Blöcke, Mittelgang, fertig 😉
Foto: Steven Herrschaft

Fakt ist aber: Bei dieser klassischen Sitzordnung für eine freie Trauung sind die meisten Gäste ziemlich zusammengepfercht und der Abstand zwischen den Gästen ist wesentlich geringer als die empfohlenen ein bis zwei Meter. Natürlich kann man die sowieso bei einer Hochzeit selten durchsetzen, das würde wahrscheinlich auch Niemand ernsthaft gut finden, der keine neurotischen Ticks mitbringt, allerdings halte ich es tatsächlich für sinnvoll, wenn Ihr in diesem Jahr zu einer modernen Sitzordnung greift.

Da könnt Ihr locker mischen zwischen Decken, Stühlen und Bänken, auf dem freien Feld sind sicherlich auch weiterhin Strohballen beliebt, vor allem aber könnt Ihr doch Eure Liebsten einfach locker um Euch rum verteilen.

Kristin und Simon aus dem #teamtrautante2017 haben es perfekt vorgemacht, auch Sarah und Dominik oder Sophie und Wolfgang, die im Jahr 2019 geheiratet haben sind ein Paradebeispiel für mehr Abstand zwischen den Menschen durch das Sitzen im Kreis – was gleichzeitig aber mehr Interaktion und zwischenmenschliche Nähe bedeutet(e). Vielleicht ist das Coronavirus damit ja der perfekte Tritt in den Hintern, den wir alle brauchen, um endlich von der klassischen Sitzordnung (die wenig Vorteile bietet) wegzukommen 😉

Die perfekte Sitzordnung bei Kristin und Simon in Italien.
Foto: Meltem Salb
Im Kreis sitzen ist ziemlich toll, so wie bei Sarah und Dominik ♥
Foto: Jennifer Keil

6. Alle stehen an, um zu gratulieren? Öhm, vielleicht lieber nicht in Zeiten des Coronavirus?

Ja, ich weiß, es wollen alle gern gratulieren. Das versteh ich auch. Aber Winken und der vulkanische Gruß á la Spock für uns Nerds sind das neue Umarmen… und das wiederum kann man vielleicht einfach über den Tag verteilen zusammen mit einem kleinen Schwatz? Ich würde das der  Virenschleuder-Riege in der sich alle brav für die Gratulationen aufreihen wirklich vorziehen. Es ist in Zeiten des Coronavirus sicher keine gute Idee, alle Gäste zu umarmen, oder? Ach du grüne Neune, wie ätzend das ist ☹

Für meine freien Trauungen sage ich das gern im Namen des Brautpaares als organisatorischen Hinweis am Ende der Trauung an, ist ja klar. 😊

7. Dann lieber doch das gesetzte Dinner statt des Buffets?

Klar, Buffets sind lockerer, einfacher, jeder findet was Passendes für sich und und und… die Liste der vermeintlichen Vorteile gegenüber eines gesetzten Dinners ist lang – allerdings gibt es eben aus Coronavirus-Sicht auch einen ganz großen Nachteil: Viren verbreiten sich bei Buffets viel einfacher und schneller.

Da wir höchstwahrscheinlich von einer Mischung aus Tröpfchen- und Schmierinfektionen[8] sprechen, heißt das nämlich: wenn Jemand am Buffet steht, sich womöglich unterhält und dabei kleinste Tröpfchen seines Speichels auf das Essen gelangen, sind diese in Nullkommanix beim nächsten Gast auf dem Teller. Huch. Und eine flächendeckende Ausgabe von Mundschützen für Hochzeitsgäste, damit sie ungestört am Buffet stehen können, ist vielleicht keine so wunderbare Idee.

Da wäre ich dann also eher dabei, doch auf ein gesetztes Dinner umzuschwenken. Denn eine Hand voll Köche und das Servicepersonal kann hinter den Kulissen viel besser hygienisch arbeiten, als wenn jeder Hochzeitsgast im Essen rumstochert 😉

Und wo wir schon beim Essen sind: Fingerfood und Häppchen sind in diesem Jahr vielleicht nicht die beste Idee für den Sektempfang. Eine Candybar darf in diesem Jahr gern abgepackte Süßigkeiten enthalten, oder? Ein Sweet Table ist mit einer Person der Servicecrew ausgestattet sicherer und naja, die Hochzeitstorte wird vielleicht nur angeschnitten, dann aber von der Servicecrew in der Küche auf die Teller verteilt?

Sprecht mal mit Eurem Caterer, welche Optionen zur Gefahrenminderung er sieht und wie Ihr vielleicht die eine oder andere Stellschraube nutzen könnt. Zum Wohl Eurer Gäste!

8. Alte und (chronisch) Kranke dürfen zuhause bleiben.

Dieser Absatz gilt natürlich ganz explizit nicht für mich… ich bin zwar chronisch krank und gehöre zu einer Risikogruppe, aber ich komme natürlich nach wie vor zu Eurer Hochzeit, solange mich nicht eine akute Erkrankung massiv davon abhält. Das kam bei über 300 Hochzeiten übrigens noch nie vor 😉

Im Moment wissen Experten vor allem eines: Ältere Menschen sind besonders gefährdet bei einer Infektion mit dem Coronavirus ernsthaft und lebensgefährlich zu erkranken. Das Gleiche gilt für Menschen verschiedener Risikogruppen wie solchen mit zum Beispiel Herzerkrankungen oder chronischen Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder COPD[9].

Natürlich wünscht Ihr Euch, dass Eure Liebsten mit Euch Eure Hochzeit feiern und ich bin mir sicher, auch Eure Gäste wünschen sich kaum etwas sehnlicher. Seht es Oma und Opa, Menschen aus Risikogruppen und chronisch kranken Menschen aber bitte derzeit besonders nach, wenn sie für Eure Hochzeit gezwungen sind abzusagen.

Für ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen ist es sowieso schon oft schwierig und anstrengend mit vielen Gästen gemeinsam zu feiern – die Meisten würden es trotzdem Euch zuliebe immer tun.

Jetzt, wo sie vom Coronavirus aber tatsächlich akut bedroht sind, solltet Ihr sie ohne Druck entscheiden lassen, ob sie an Eurer Hochzeit teilnehmen können und wollen oder nicht.

Ich bin mir sicher, sie werden sich die Entscheidung nie leicht machen, immer einen Arzt zu Rate ziehen und alles tun, um mit Euch zu feiern.

Vielleicht sagt Ihr Ihnen aber ganz klar, dass sie das frei entscheiden dürfen und Ihr ihnen nie böse wärt, wenn sie sich zuhause sicherer fühlen?

Ich bin mir sicher, Ihr würdet ihnen damit einen großen Stein vom Herzen nehmen.

Dürfen in diesem jahr zuhause bleiben, Omas und Opas. In Euren Herzen sind sie ja eh dabei ♥ Foto: Steven Herrschaft

9. Freie Trauung live ins Internet übertragen!

Individuelle Quarantäne, Risikogruppe, Reiseverbote oder oder oder oder – die Gründe, warum Jemand an Eurer Hochzeit nicht teilnehmen kann sind durchaus vielfältig und werden immer mehr.

Aber hey, es gibt Livestreams!

Einige meiner Brautpaare tun es eh schon längst, in diesem Jahr wird es wahrscheinlich noch mehr werden. Ich habe da ganz und gar nichts dagegen.

Denkt aber dran, dass Ihr dafür mobiles Internet oder einen Zugang zum WLAN der Hochzeitslocation braucht. FacebookLive, FaceTime, Skype, Hangouts oder WhatsApp – testet doch einfach beim nächsten Besuch in Eurer Hochzeitslocation mal, was dort wo am besten läuft.

Und danach delegiert diesen Livestream Eurer freien Trauung unbedingt, denn Ihr möchtet Euch am Hochzeitstag nicht selbst darum kümmern, dass er auch wirklich funktioniert 😉

Funktioniert wunderbar: Livestream für die Daheimgebliebenen so wie bei Jasmine und Christian 🙂 Foto: Kai Fritze

Im Idealfall nutzt Ihr das Geld, das Ihr gespart habt, weil diese Gäste absagen mussten vielleicht einfach für einen Videographen? Dann habt Ihr diesen Stress gleich von der Backe und auch noch eine weitere Erinnerung für die Ewigkeit 😊 Ich gebe Euch da gern ein paar Namen und Empfehlungen 😉

So können diejenigen, die Zuhause bleiben müssen, wenigstens an der freien Trauung teilnehmen. Wie schön! ♥

10. Denkt an das Brautkleid! JETZT!

Uh, Gemeinheit. Denn selbst wenn alles gut läuft, keiner erkrankt, alle zur Hochzeit kommen und und und, eine unschöne Prophezeiung gibt es: Brautkleider aus China könnten mittelfristig ein Problem werden, weil die Lieferketten durchbrochen waren oder sind. Mist.

Und machen wir uns nichts vor, viele Brautkleider werden in China gefertigt. Und wenn auch nicht die Kleider direkt, so doch oft die Stoffe für eben diese Brautkleider 😉

Sprecht mal mit Eurem Brautmodenladen, wie es mit Eurem Brautkleid aussieht!

Angela von Weiß zu schwarz aus Frankfurt schrieb vorgestern bei Instagram und Facebook, dass alle Kleider, die bereits bestellt sind, auch noch pünktlich kommen. Das ist ja schon mal gut.

Wenn Ihr das Brautkleid noch nicht gekauft habt, könnte es aber langsam knapp werden!

Bei Angela könnt Ihr problemlos einen privaten Termin bekommen, wenn Ihr Euch allein im Brautmodenladen wohler fühlt. Auch bei Alisa von All the Feels hier in Wiesbaden seid Ihr die einzige Braut, wenn Ihr dort einkaufen geht 😊

Hat ihr wundervolles Kleid für ihre Hochzeit in der Toskana selbst bei Angela von Weiß zu schwarz gekauft und macht jetzt Bräute glücklich, die eher so „Fashion Forward“ sind: Alisa von „All the Feels“. Eine meiner Bräute 2017 ♥
Foto: Daniel Toni Jais

Und in beiden Fällen gibt es auch noch Kleider, die noch für diesen Sommer pünktlich sein werden. Aber Ihr solltet Euch sputen. Greift am besten gleich mal zum Telefonhörer, um einen Termin im favorisierten Brautmodenladen zu reservieren und abzuklären, ob sie Lieferzeiten einhalten können 😉

So, mit diesem Wort zum Donnerstag wünsche ich Euch ein wundervolles Wochenende. Und: Bleibt gesund! Ich wünsche uns allen eine besonnene Zeit und eine flache Infektionskurve. Denkt dran: Wir sitzen alle im gleichen Boot ♥

unterschrift friederike delong als freie traurednerin trautante friederike delong