Informationen für Hochzeitsdienstleister

Wir möchten Euch hier – mit der tollen Unterstützung von Nina Behringer – erste Ratschläge zum unternehmerischen Umgang mit der Krise geben.


Notfallplan

Dieses Thema betrifft alle Unternehmen und Selbstständige. Das war auch schon vor der Corona-Krise so. Stellt euch die Frage, was mit eurem Unternehmen passieren würde, falls ihr persönlich von heute auf morgen ausfallen würdet. Wer hätte Zugang zu euren E-Mails? Wer könnte einen Blick auf euer Konto werfen und säumige Kunden kontaktieren?

Wichtige Punkte hierbei sind:

  • Schlüssel
  • Kennwörter und Accounts
  • Kontaktdaten von Lieferanten und Kunden
  • Online Banking
  • Versicherungen
  • E-Mails
  • Post
  • Handlungsvollmachten / Prokura

Um zu überprüfen, ob dein Unternehmen auf die aktuelle Pandemie vorbereitet ist, empfiehlt sich ein Blick in das Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung des Bundesministeriums für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.


Handbuch für betriebliche Pandemieplanung

In diesem Handbuch gibt es wertvolle Checklisten und Denkanstöße für Unternehmen, die einen Pandemieplan aufstellen wollen.

Dabei ist deine eigene Unternehmensgröße erst einmal unerheblich. Nimm die Checklisten als Denkanstöße und plane deine eigenen Maßnahmen in Kombination mit deinem Notfallplan.

Zum Handbuch für Pandemieplanung 


Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen

Die wirtschaftlichen Folgen für Dienstleister und Agenturen sind noch lange nicht abschätzbar. Von der Regierung gibt es ein erstes Maßnahmenpaket, um Arbeitsplätze zu schützen und Unternehmen zu unterstützen.

Darin geregelt sind u.a. Erleichterungen bei der Beantragung von Kurzarbeit sowie Liquiditätshilfen für Unternehmen.

Bundesministerium für Wirtschaft 

Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen

 


Beantragung von Kurzarbeit

Um Entlassungen zu vermeiden, sind die Bedingungen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld gelockert worden. Unter Kurzarbeit versteht man die vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit bei erheblichem Arbeitsausfall.

Der Arbeitnehmer erhält dann auf Antrag eine Ausgleichszahlung durch das Kurzarbeitergeld. Die Höhe hängt davon ab, ob Kinder vorhanden sind. Bei Kinderlosen beträgt das Kurzarbeitergeld 60 % des Nettoeinkommens. Für Eltern beträgt das Kurzarbeitergeld 67 % des Nettoeinkommens. Im Internet finden sich verschiedene Rechner, um das Kurzarbeitergeld zu berechnen. So z.B. hier: https://www.smart-rechner.de/kurzarbeit/rechner.php.

Die Erleichterungen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen sind:

  • Absenkung des Quorums der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb auf bis zu 10 %
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

Für wen kann kein Kurzarbeitergeld beantragt werden:

  • Auszubildende
  • Nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
  • Gekündigte Arbeitnehmer*innen
  • Weitere siehe Homepage Agentur für Arbeit

Ablauf der Beantragung:

  • Online-Zugang bei der zuständigen Agentur für Arbeit freischalten
  • Mit den Mitarbeitenden reden und schriftliche Vereinbarung treffen
  • Anzeige über Arbeitsausfall vornehmen
  • Weitere Dokumente einreichen

Ergänzende Infos und Leitfäden unter https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus.

Eltern, die sich in Kurzarbeit befinden, sollen zudem einen Kinderzuschlag beantragen können.

„Bundesfamilienministerin Giffey will den Kinderzuschlag für Geringverdiener auch Kurzarbeitern gewähren. Wer wegen der Corona-Pandemie nicht mehr Vollzeit arbeite und nun weniger verdiene, solle den Zuschlag auf das reguläre Kindergeld beantragen können. Maximal möglich sind dabei 185 Euro pro Monat und Kind.“

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/meldung/giffey-will-kinderzuschlag-auf-kurzarbeiter-ausdehnen,3002a96d0

Die Beantragung erfolgt über https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/kiz—der-zuschlag-zum-kindergeld/131586.


Steuerliche Liquiditätshilfen

Im Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen sind verschiedene fiskalpolitische Maßnahmen genannt:

  • Steuerstundungen sollen erleichtert werden
  • Steuervorauszahlungen können reduziert werden
  • Vollstreckungsmaßnahmen (Pfändungen, Säumniszuschläge) sollen bis 31.12.2020 ausgesetzt werden

Das gilt vor allen Dingen für eure Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer.

Selbst die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung könnt ihr euch zurückholen und die Umsatzsteuer stunden lassen.
Aber Achtung: diese Gelder müsst ihr in jedem Fall zurückzahlen. Verkalkuliert euch nicht damit. Details findet ihr in folgender Pressemitteilung:

https://finanzen.hessen.de/presse/pressemitteilung/hessen-stellt-kurzfristig-75-milliarden-euro-aussicht

Bitte besprecht gemeinsam mit eurem Steuerberater, wie hoch die Umsatzeinbußen voraussichtlich sein werden. Gebt realistische Schätzungen an, denn wir sprechen von Geldern, die sowieso gezahlt werden müssen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/S-T/schutzschild-fuer-beschaeftigte-und-unternehmen.pdf?__blob=publicationFile&v=10


Mögliche Finanzierungsformen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Förderbank. Ihr Zweck ist u.a. eine Förderung von kleineren und mittleren Unternehmen. Dazu gibt es verschiedene Kreditprogramme für jeweils unterschiedliche Finanzierungszwecke. Die Beantragung dieser Kredite erfolgt immer bei der Hausbank. Euer Bankberater wird euch informieren, welches Programm zu euch passt.

Aktuell wurden bestehende Programme ausgeweitet und können für Liquiditätshilfen genutzt werden. So wurde z.B. die Haftungsfreistellung für Betriebsmittelkredite auf 80 % erhöht. Dadurch wird die Hausbank entlastet und die KfW trägt 80 % des Ausfallrisikos für den Kredit.

Für all diese Finanzierungsformen sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.

Insbesondere solltet ihr eine Liquiditätsplanung auf Wochenbasis für die nächsten Monate vorlegen und einen Ausblick über die erwarteten Einnahmen und Ausgaben für 2020 geben können.

Und denkt bitte daran, dass diese Kredite i.d.R. innerhalb von 5 Jahren zurückgezahlt werden müssen.

In der Praxis habe ich erlebt, dass die Bank sehr genau prüft, ob ihr nicht schon vor Corona in Schwierigkeiten wart. Sollte das der Fall sein, passen die KfW-Kredite nicht für euch.

Für Unternehmen, die vorher schon in einer schwierigen Situation waren, soll ein neues Sonderprogramm aufgelegt werden. Details dazu sind bisher noch nicht bekannt.

Einen guten Überblick bietet die Homepage der KfW unter https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

Die regionalen Bürgschaftsbanken bieten übrigens ähnliche Programme an. Informiert euch dazu gerne direkt bei der für euer Bundesland zuständigen Bürgschaftsbank.

Hessen: https://bb-h.de/corona/

Rheinland-Pfalz: https://isb.rlp.de/home/detailansicht/unterstuetzung-von-kmu-auch-in-krisenzeiten.html


Wenn schon Kredite bestehen

Dann solltet ihr auf jeden Fall mit eurer Bank sprechen. Zeigt eurer Bank auf, welche Konsequenzen das Veranstaltungsverbot für euch hat. Dazu legt ihr am besten eine Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung vor.

Außerdem fragt nach, ob die Darlehenstilgung für ein paar Monate ausgesetzt werden kann. Allerdings ist auch das nur eine Verschiebung, da ihr dadurch die Gesamtlaufzeit des Darlehens verlängert.


Redet mit dem Vermieter

Fragt bei euren Vermietern nach, ob sie die Miete in den nächsten Monaten reduzieren würden. Damit entlastet ihr kurzfristig eure Liquidität. Allerdings müsst ihr auch hier ziemlich sicher alle Beträge nachzahlen.


Keine Kündigung wegen Mietrückstand

Grundsätzlich muss natürlich die Miete weitergezahlt werden. Es gibt eine neue Gesetzesvorlage, dass aufgrund von Mietschulden keine Kündigung ausgesprochen werden darf. Diese Regelung soll vom 1.4.-30.9.20 und sowohl für Wohnraum- als auch für Gewerbemietverträge gelten.

https://www.spiegel.de/politik/corona-krise-mietern-soll-nicht-gekuendigt-werden-duerfen-a-58719ba3-8f34-4bc1-960f-fd34084c75d9

 


Pflicht zur Insolvenzanmeldung

Von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise betroffene Unternehmen müssen nicht innerhalb der üblichen 3 Wochen nach Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragen. Das beschloss das Justizministerium am 16.03.2020.

„Wir wollen verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen. Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 für die betroffenen Unternehmen. Mit diesem Schritt tragen wir dazu bei, die Folgen des Ausbruchs für die Realwirtschaft abzufedern.“ – sagte Christine Lambrecht, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz

 

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/031620_Insolvenzantragspflicht.html


Behördlich angeordnete Quarantäne

Stellt das Gesundheitsamt einen Mitarbeiter oder ein Unternehmen unter Quarantäne, so wird dem jeweiligen Mitarbeitenden der Verdienstausfall erstattet. In den ersten sechs Wochen übernimmt das der Arbeitgeber, der den Lohn weiterbezahlt. Auf Antrag und unter bestimmten Bedingungen kann sich der Arbeitgeber diesen Betrag vom Gesundheitsamt erstatten lassen.

Für Selbstständige gilt das übrigens ebenfalls. Hier richtet sich die Höhe voraussichtlich nach den letzten Jahreseinnahmen, die an das Finanzamt gemeldet wurden. Ansprechpartner hierfür ist immer direkt das jeweilige Gesundheitsamt.

Weitere Infos sind übersichtlich auf dieser Seite zusammengestellt: https://service.hessen.de/html/Infektionsschutz-Entschaedigung-bei-Taetigkeitsverbot-7007.htm.


Wichtige Ansprechpartner und Informationen

Mitteilung der Bundesregierung zum Schutzschild:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/S-T/schutzschild-fuer-beschaeftigte-und-unternehmen.pdf?__blob=publicationFile&v=10

 

Wirtschaftsministerium Hilfen für Unternehmen:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/altmaier-zu-coronavirus-stehen-im-engen-kontakt-mit-der-wirtschaft.html

 

KfW-Kredite für Unternehmen

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

 

Unterstützungsmöglichkeiten des Landes Hessen

https://www.wibank.de/wibank/corona

 

Wichtige Kontakte – Hotlines für Unternehmen:

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus
(Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.):
Telefon: 030 346465100
Montag – Donnerstag
8:00 bis 18:00 Uhr
Freitag
8:00 bis 12:00 Uhr

 

Hotline zu Fördermaßnahmen:

Förderhotline: 030 18615 8000
Montag – Donnerstag
9:00 Uhr bis 16:00 Uhr
E-Mail: foerderberatung@bmwi.bund.de

 

Hotline der KfW

0800 539 9001 (kostenfreie Servicenummer)
Montag-Freitag: 08.00-18.00 Uhr

 

Beantragung von Kurzarbeitergeld:

Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.

Unternehmerhotline der Bundesagentur:
Telefon: 0800 45555 20

Hallo liebe Hochzeitsdienstleister,

mein Name ist Nina Behringer, ich bin Ex-Bankerin und nun freiberuflich als Beratende Betriebswirtin tätig. Am vergangenen Wochenende konnte ich euch bereits einige Infos auf dem deutschen Hochzeitskongress in Mainz geben.

Auf dieser Seite werde ich aktuelle Informationen rund um das Thema „Finanzen“ zusammenstellen.

Einen generellen Tipp möchte ich euch mit auf den Weg geben: seid offen, seid transparent. Gegenüber euren Kunden, Lieferanten und Banken. Nur so erhaltet ihr die bestmögliche Unterstützung von allen Seiten.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren.

Ihr erreicht mich unter info@ninabehringer.de oder mobil unter 0178-1805148.