Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus I – Was Ihr als Brautpaar auf Eurer Hochzeit tun könnt.

Quelle: http://trautante.de/hochzeiten-in-zeiten-des-coronavrius-i-was-ihr-als-brautpaar-tun-koennt/

UPDATE 13.03.2020 ###

Da hat uns die volle Breitseite des Coronavirus für die anstehenden Hochzeiten schneller erwischt als ich geahnt hätte. Wenn Ihr in den nächsten Wochen heiratet habe ich aus heutiger Sicht zwei weitere Tipps für Euch:

  1. Schaut unbedingt auf die Website der Gemeinde, in der Eure Hochzeitslocation liegt. Jede Gemeinde oder Stadt hat andere Verordnungen erlassen. In den einen sind alle Versammlungen verboten (zB Stuttgart), in anderen Orten sind Veranstaltungen noch erlaubt, bei uns in Wiesbaden zum Beispiel sind Veranstaltungen ab 150 Personen verboten, unter 150 Personen sind aber Auflagen zu erfüllen). Denkt bitte in keinem Fall „Ach, das wird schon gutgehen“ oder „Wir ziehen das trotzdem durch“, denn im Zweifel darf die Hochzeitslocation Euch einfach nicht mehr reinlassen ohne sich enorm strafbar zu machen. Und in Zeiten, in denen viele Selbständige und Unternehmen jetzt um ihre Existenzgrundlage bangen, können sie sicherlich keine hohen Geld- oder Gefängnisstrafen riskieren. Das versteht Ihr sicher. Also: Schaut auf die Website der betroffenen Orte!
  2. Schaut schon mal, dass Ihr eine Liste mit allen anwesenden Personen und deren ladungsfähigen Wohnadressen zusammenstellt. Bei uns in Wiesbaden sind diese Listen bereits Pflicht, aber auch wenn sie es nicht sind, helft Ihr den Gesundheitsämtern bei der lückenlosen Dokumentation der Infektionsketten.

Ansonsten gelten die Tipps unten jetzt natürlich gleich noch mehr, um Ansteckungen zu vermeiden. Und bleibt unbedingt in engem Kontakt mit Euren Hochzeitsdienstleistern. Denn natürlich versuchen wir alles, um Eure Hochzeit durchzuführen, dazu müssen aber die Informationen gut fließen 🙂

Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus

Hochzeiten während des Coronavirus Teil eins, hä? Ja, denn bei all den Schreckensnachrichten brauchen wir doch vielleicht lieber einen Denkanstoß und Ideen statt Panik und Verängstigung. Deswegen heute hier 10 Ideen, wie Ihr als Brautpaar dem Coronavirus auf Eurer Hochzeit begegnen könnt.

Morgen dann übrigens Teil II, ein Gastartikel von Simone Winkler, Anwältin aus Hamburg, die für alle Brautpaare und Hochzeitsdienstleister ein wenig Licht in das undurchsichtige Dickicht aus Spekulationen bringt. Was passiert, wenn Brautpaare absagen müssen oder wollen, wer haftet, das ganze Programm. Also kommentiert bitte schon mal jetzt Eure Fragen, dann versucht Simone, diese zu berücksichtigen. 😉

Zum Merken noch das Pinterestbild zum Pinnen und späterlesen und dann: Was können wir machen bei Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus?!

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Liebe in Zeiten der Cholera aka Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus

Ja, es stimmt, auch ich kann es nicht mehr hören, Corona hier, Corona da, überall nur noch Corona. Und hey, Ihr wollt heiraten, da habt Ihr eh andere Sachen im Kopf. Das ist vollkommen normal und völlig okay so. Und doch: Ein paar Gedanken sollten wir uns um das Coronavirus mittlerweile vielleicht doch machen. Auch und gerade dann, wenn Ihr heiraten möchtet.

Denn auch wenn man besonnen an das Thema herangeht und sich nicht an der klopapierhamsternden Panikmache beteiligt, gibt es ja schon ein paar Fragen, die man sich stellen kann, wenn man in diesem Frühling und Sommer heiraten möchte – schließlich kommen mit dem Coronavirus und der Lungenkrankheit Covid-19 auch Reiseverbote[1], Quarantänezonen und Veranstaltungsabsagen immer näher.

Katy Perry und Orlando Bloom haben ihre Hochzeit bereits auf unbestimmte Zeit verschoben[2], Stefan Mross kann seine Verlobte Anna-Carina Woitschack nicht wie geplant heiraten[3] (obwohl ich ja eh in Frage stelle, wieso man im Fernsehen heiraten muss 😉). In Italien waren Hochzeiten in einigen Regionen bereits seit Ende Februar nur noch im engsten Kreis erlaubt, wenn sie innerhalb eines Gottesdienstes stattfinden sollen sind sie mittlerweile bis mindestens April komplett verboten[4], in Österreich sind Hochzeiten mit über 100 Personen indoor ebenfalls nicht mehr erlaubt[5]. In die Summe dieser Personen zählen natürlich auch die Dienstleister[6] und ja, diese Aussage gilt ganz eindeutig auch für Hochzeiten. Wenn Ihr das hier grad in Österreich lest, könnte diese Grenze also auch schon für Eure Hochzeit gelten – und auch erste deutsche Landkreise ziehen jetzt nach, im Landkreis Pirna gilt seit gestern Abend die gleiche Grenze[7]. Hochzeiten inbegriffen.

Der Kreis Recklinghausen ist übrigens jetzt der erste mir bekannte Landkreis, bei dem standesamtliche Trauungen betroffen sein können: Die Anzahl der erlaubten Gäste ist jetzt auf 30 Gäste beschränkt wie der Kreis in einer Pressemitteilung mitteilte. [10]

Uff.

In den letzten Tagen und Stunden überschlagen sich die Meldungen und nicht nur ein Brautpaar fragte bei mir mittlerweile nach, ob sie sich Sorgen um ihre Hochzeit machen müssten.

Prinzipiell ist das natürlich schwierig zu beantworten, weil das Virus neu, die pandemischen Zustände ziemlich unübersichtlich und der Verlauf komplett unklar ist. Mit Blick auf die anstehenden Hochzeiten möchte ich aber versuchen, Euch ein paar Dinge mit auf den Weg zu geben, was wir in diesem Jahr bedenken können auf dem Weg zu Euren Hochzeiten, aber auch auf der Feier selbst 😊

Coronavirus und Hochzeiten: Nichts Genaues weiß man nicht.

Erstmal können wir festhalten: Die Hochzeitssaison hat bei uns in Europa glücklicherweise noch nicht begonnen, in den meisten Fällen wird es erst ab Mitte April so richtig kritisch. Wie die Situation also bis zur Hochzeitshochsaison aussieht, wissen wir also genau gar nicht. Bisher heißt die Devise also: Ruhig bleiben! Es ist zwar fraglich, ob das Coronavirus sich wie Grippeviren verhält und daher die Neuinfektionen im Sommer abnehmen oder ob uns der Peak mitten in der Hochzeitssaison trifft, aber ich finde, ruhig zu bleiben und abzuwarten ist erstmal eine gute Idee 😊

Achtet auf Euch und auf Andere!

Prinzipiell und ganz wichtig gilt vor allem: Stress strapaziert das Immunsystem! Also lasst Eure Hochzeitsplanung gechillt angehen! Streicht vielleicht die eine oder andere Sache die nicht elementar wichtig ist, konzentriert Euch auf das Wesentliche (Eure Liebe!!!), atmet lieber mal tief durch und genießt gesund die Vorfreude. Eure Hochzeit muss nicht instatauglich sondern voller Emotionen sein. Und das geht auch ohne stressigen Tinnef 😉

Trinkt viel, esst gesund, und klar, nehmt Euch zu Herzen, was vom Robert-Koch-Institut und den Gesundheitsämtern empfohlen wird, um gesund zu bleiben. So ganz persönlich für Euch als Braut und Bräutigam ist Gesundheit schließlich wichtig. Auch für Eure Gäste ist Gesundheit wichtig, logisch.

Aber auch für die Gesellschaft ist es wichtig, dass wir alle gemeinsam die Verbreitung des Coronavirus versuchen zu verlangsamen und möglichst viele von uns gesund bleiben. Zum Schutz derer, die von Corona sonst hart getroffen würden. Communityvibes!

Ich habe daher mein Sozialleben komplett runtergefahren und treffe mich nur noch da persönlich mit Menschen, wo es nicht zu vermeiden ist. Das heißt für mich: ausschließlich im beruflichen Kontext.

Selbstquarantäne zugunsten meiner Brautpaare also. Ehrensache 😊

Schaut doch mal auf www.infektionsschutz.de, welche Präventionsmaßnahmen das Robert-Koch-Institut empfiehlt. Dazu gehören natürlich die Hinweise, die wir gerade überall hören und lesen – also Papiertaschentücher zu benutzen und nach der Benutzung direkt zu entsorgen, in die Armbeuge zu niesen und und und – aber auch auf das Händeschütteln zu verzichten, generell Abstand zu halten und natürlich das richtige Händewaschen.

Auch an diese Hinweise möchte ich mich so gut wie möglich halten und auch Euch die Einhaltung besonders leicht machen, wenn wir uns dann doch treffen. Deswegen dazu ein paar Sätze 😊

Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen zum Coronavirus im Hause Trautante

Abstand halten!

Es wird ein Mindestabstand zwischen Menschen von ein bis zwei Metern empfohlen. Aus diesem Grund verzichte auch ich derzeit bei meinen wenigen tatsächlichen Menschenkontakten aufs Hände schütteln und schweren Herzens auch auf Umarmungen. Wer mich kennt, weiß, wie unfassbar schwer mir das fällt. ☹ Ich kuschel so so so so so so gerne, darauf zu verzichten fällt mir echt schwer! ♥

Traugespräche und Locationchecks finden erstmal wie vereinbart statt. Die Ausnahme: Da ich selbst zu einer Risikogruppe gehöre, verschiebt bitte Eure Termine, bei denen wir uns persönlich treffen, solltet Ihr auch nur winzige Anzeichen eines (wie auch immer gearteten) Infekts bemerken oder Kontakt zu einer Person mit einem Infekt oder aus einem der offiziellen Risikogebiete gehabt haben. Das gilt aber eh schon immer 😉

Kennenlerngespräche finden bis auf weiteres ausschließlich per Videotelefonat statt. Denn klar, ich möchte für meine Brautpaare und Hochzeiten fit sein. Also heißt es, das Risiko zu erkranken zu minimieren 😊 Aber Kennenlernen können wir uns super auch per Videotelefonat in Jogginghosen auf dem Sofa 😉

Hände waschen…

In meiner Repräsentanz gibt es natürlich wie immer gut riechende Seife, ist ja klar. Und wenn Ihr bei mir ankommt empfehle ich Euch, einmal gründlich die Hände zu waschen, damit etwaige Viren (und Straßendreck 😉) abgewaschen werden. Für die ganz Hartgesottenen habe ich jetzt auch Desinfektionsmittel (das ich eh schon rumliegen hatte 😉) im Bad stehen. Man weiß ja nie – und der eine oder die Andere hat sicher im Moment ab und an mal das Bedürfnis, sich die Hände zu desinfizieren, wenn man viel draußen unterwegs war. Da ich finde, Ihr sollt Euch wohlfühlen, wenn Ihr zu mir kommt, habe ich also Desinfektionsmittel da, auch wenn ich es selbst lieber mit dem Händewaschen genauer nehme, anstatt meine Haut auszutrocknen 😉

… und abtrocknen.

Ich wechsle die Handtücher in der Repräsentanz nach jedem Besuch, auch wenn das nach dem Händewaschen ja kein Problem darstellen sollte 😉 Vorsicht ist besser als Nachsicht 😊

Außerdem wasche ich Handtücher bei mindestens 60° (Sorry, Umwelt ☹)

Nun aber zum viel wichtigeren Teil dieses Textes. Zu Euren Hochzeiten und was Ihr dort für oder eher gegen das Coronavirus tun könnt. Damit Ihr und Eure Gäste Euer Fest unbeschwert genießen könnt!

Heiraten und Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus – 10 Dinge, die Ihr bedenken könnt

1. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – das A und O im Umgang mit dem Coronavirus wenn es um Eure Hochzeit geht!

Als erstes gilt: Sprecht jetzt mit Euren Dienstleistern, was Ihr im Notfall tun könnt. In den meisten Fällen dürfte es für eine Hochzeitsversicherung ja leider zu spät sein, aber mit der einen oder anderen Stellschraube könnt Ihr sicher noch hier und da Etwas tun, damit Ihr von Verboten nicht betroffen seid. Mit der einen oder anderen Vorsichtsmaßnahme wird es sicher nicht notwendig sein, Eure Hochzeit zu canceln.

Wichtig also: Bleibt jetzt erstmal ruhig und sagt Eure Hochzeit nicht aus Panik und Angst jetzt schon ab!

Wir alle wissen nicht, wie die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate aussieht, also bleibt erstmal ruhig und gelassen, sucht das Gespräch mit Euren Dienstleistern und haltet erstmal an Euren prinzipiellen Hochzeitsdaten und -planungen fest. Denn mit Panik ist Niemandem geholfen!

Eben schon erwähnt: Was auf uns zukommt, wenn es uns härter trifft und dann später tatsächlich Hochzeiten abgesagt werden müssen, erörtert morgen Anwältin Simone Winkler hier in ihrem Gastartikel. Auch wenn wir das natürlich alle nicht wollen – wir Dienstleister als allerletzte! Schließlich freuen auch wir uns auf Eure Hochzeiten! ♥

2. Jetzt erst recht: Mehr Elopments und Microweddings dank Coronavirus!

Sie erfreuen sich schon seit einer Weile der größten Beliebtheit: Hochzeiten, die nicht mit Unmengen Gästen aufwarten. Klein und intim sind sie meistens wundervolle Kunstwerke, die die Liebe feiern.

Elopements und BEZZIs, also Hochzeiten nur mit Euch Beiden oder höchstens einer Handvoll Gäste sind tatsächlich einfach wundervoll. Egal ob morgens am Eiffelturm, nachmittags mit ganz viel Liebe oder abends mit Schwarzlicht und Holipulver: ich bin sofort dabei 😊 Vielleicht ist das ja eine Überlegung wert?

Bekräftigungszeremonie schwarzlicht holi holipulver BEZZI mit freie Trauung bei Hochzeit mit Traurednerin Trautante Friederike Delong von Hochzeitsfotograf Steven Herrschaft
Foto: Steven Herrschaft

Oder Ihr denkt mal über eine MicroWedding mit weniger Gästen nach.

Die meisten meiner Hochzeiten sind eher klein, ich glaube, über 100 Gäste habe ich dieses Jahr tatsächlich nur zwei Mal. Das hat gerade in diesem Jahr ja auch Vorteile, denn: Weniger Gäste, weniger Coronagefahr 😉

Haben eine wunderbare Microwedding gefeiert: Sophie und Wolfgang in Krems an der Donau in Österreich (werden weiter unten auch nochmal erwähnt ;))
Foto: Steven Herrschaft

Vielleicht ist das für Euch der perfekte Moment, Eure Hochzeit zu verkleinern? Vielleicht hattet Ihr eh ein paar Menschen auf der Liste, von der nur Onkel Horst wollte, dass ihr sie einladet? Dann habt Ihr jetzt – mit Verlaub – die perfekte „Ausrede“, um sie freundlich auszuladen ohne dass Euch tatsächlich Jemand böse sein könnte. Schließlich müsstet Ihr sonst die Hochzeit im Ernstfall komplett absagen. Und das möchte ja ganz sicher Niemand!

Vielleicht wollt Ihr Euch durch das eingesparte Budget ja einen anderen Traum erfüllen oder besonderen Fokus auf einzelne Teile der Hochzeit legen? Ich finde, eine freie Trauung oder eine BEZZI für den ersten Hochzeitstag drängen sich für diesen Fall ja geradezu auf 😉

3. Immer beliebt: Hochzeiten draußen, gerade mit dem Coronavirus im Nacken

Fast 100% meiner Hochzeiten sollen draußen stattfinden. Und wo ich normalerweise eher „Fraktion drinnen“ bin, scheint es im Moment besser zu sein, draußen zu feiern. Erzählt das aber mal dem Regen und den nur 8° da draußen, bäh.

Ich hoffe wie alle Anderen natürlich auch, dass das Virus im Sommer ein wenig abflacht, allerdings vermuten manche Virologen auch, dass im Sommer der Peak erst erreicht sein wird. Oh Mann. Auch da gilt „nichts Genaues weiß man nicht“… Ihr könnt allen Vielleichts und Wenns zum Trotz einfach erstmal einplanen, bei gutem Wetter so viele Teile der Hochzeit wie möglich nach draußen zu verlegen. Draußen kann die Luft besser zirkulieren und Viren haben viel weniger Chancen anzugreifen. Bedenkt aber auch die andere Seite: es kann im Sommer sehr heiß werden. Wenn Ihr also alles nach draußen verlegen wollt bei strahlendem Sonnenschein, vielleicht verschiebt Ihr dann auch gleich alles ein wenig in den Abend? Dann ist die Hitze nicht so schlimm und das Fest umso rauschender 😉

Eine Affenhitze bei Mary und Tobi. Aber gewappnet 😉
Foto: Steven Herrschaft

4. Make „Händewaschen“ great again!

Mich wundert ja, dass es ein so neues Konzept zu sein scheint, sich die Hände ordentlich zu waschen, aber hey, Experten sind sich einig, dass es eines DER Erfolgrezepte ist, wenn man einer Ansteckung entgegenwirken möchte. Also, wie wäre es denn mit einem Handwaschritual für alle Gäste? Das ließe sich wirklich richtig gut in eine freie Trauung integrieren. Denn hey, wenn sich Braut und Bräutigam in der freien Trauung die Hände gegenseitig waschen, um gereinigt in die Ehe zu starten – wieso nicht gleich vor der Trauung eine coole Handwaschstation aufstellen und dazu einen Hinweis, alle Gäste mögen sich doch bitte vor der Trauung die Hände waschen um es dem Brautpaar schon vorher gleich zu tun? Fänd` ich total cool auch aus symbolträchtiger Sicht 😊

Bei Pinterest habe ich ziemlich hübsche Handwaschstationen für Outdoorhochzeiten entdeckt und Euch natürlich überhaupt ein Board zum Thema „Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus“ zusammengestellt.

Trautante | Rednerin für freie Trauung und HochzeitHeiraten in Zeiten des Coronavirus

Und wo wir schon beim Händewaschen sind: wie wäre es mit einer hübschen Handwaschanleitung passend zur Papeterie, die Ihr zu den Notfallkörbchen im Bad hängt? Wie wäre eine kleine Seifenbar neben dem Waschbecken mit mehreren verschiedenen Gerüchen, einfach weil es mehr Spaß macht?

Wie wäre als Gastgeschenk liebevoll selbstgemachte Seife mit einem Hinweis, dass das Händewaschen bitte auf Eurer Hochzeit großgeschrieben werde?

Mini-Desinfektionsmittel und Handsanitizer für die Handtasche waren in den letzten Jahren bereits beliebt als Gastgeschenke, ich fürchte aber wenn wir uns die Regale mit diesen Mitteln ansehen, dürften sie tatsächlich in diesem Jahr als Option ausfallen. Und ich finde tatsächlich, in diesen Zeiten sollten medizinische Kräfte ausreichend versorgt sein, alle diejenigen, die gesund sind, sollten also keine Hamsterkäufe unterstützen und selbst lieber verzichten. Für ganz normale Haushalte ohne Risikopatienten sind Desinfektionsmittel schließlich im Normalfall überflüssig 😉

Allerdings ach, Lilian, eine wunderbare Freundin hat heute ein DIY-Rezept für Desinfektionsmittel gebloggt. Dann ist das vielleicht doch eine Option 😀

Für die Nicht-so-DIY-Brautpaare sind aber vielleicht ein Multivitaminprodukt und ein Apfel zusätzlich zur Kopfschmerztablette in einem Hangoverkit eine Idee? Für wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist 😉

Als ich diesen Punkt anfing zu schreiben ahnte ich selbst nicht, was mein Hirn da alles ausspuckt. Da kann man Händewaschen und Ähnliches wirklich groß rausbringen auf Hochzeiten 😉

5. Abstand halten kann auch bedeuten: Lockere Sitzordnungen in freien Trauungen ♥

Klar, ganz klassisch denken Braut und Bräutigam erstmal an eine Sitzordnung für die freie Trauung, die an die meisten kirchlichen Hochzeiten angelehnt ist: Zwei Blöcke aus Gästen, dazu ein Mittelgang, fertig.

Ganz klassisch: Zwei Blöcke, Mittelgang, fertig 😉
Foto: Steven Herrschaft

Fakt ist aber: Bei dieser klassischen Sitzordnung für eine freie Trauung sind die meisten Gäste ziemlich zusammengepfercht und der Abstand zwischen den Gästen ist wesentlich geringer als die empfohlenen ein bis zwei Meter. Natürlich kann man die sowieso bei einer Hochzeit selten durchsetzen, das würde wahrscheinlich auch Niemand ernsthaft gut finden, der keine neurotischen Ticks mitbringt, allerdings halte ich es tatsächlich für sinnvoll, wenn Ihr in diesem Jahr zu einer modernen Sitzordnung greift.

Da könnt Ihr locker mischen zwischen Decken, Stühlen und Bänken, auf dem freien Feld sind sicherlich auch weiterhin Strohballen beliebt, vor allem aber könnt Ihr doch Eure Liebsten einfach locker um Euch rum verteilen.

Kristin und Simon aus dem #teamtrautante2017 haben es perfekt vorgemacht, auch Sarah und Dominik oder Sophie und Wolfgang, die im Jahr 2019 geheiratet haben sind ein Paradebeispiel für mehr Abstand zwischen den Menschen durch das Sitzen im Kreis – was gleichzeitig aber mehr Interaktion und zwischenmenschliche Nähe bedeutet(e). Vielleicht ist das Coronavirus damit ja der perfekte Tritt in den Hintern, den wir alle brauchen, um endlich von der klassischen Sitzordnung (die wenig Vorteile bietet) wegzukommen 😉

Die perfekte Sitzordnung bei Kristin und Simon in Italien.
Foto: Meltem Salb
Im Kreis sitzen ist ziemlich toll, so wie bei Sarah und Dominik ♥
Foto: Jennifer Keil

6. Alle stehen an, um zu gratulieren? Öhm, vielleicht lieber nicht in Zeiten des Coronavirus?

Ja, ich weiß, es wollen alle gern gratulieren. Das versteh ich auch. Aber Winken und der vulkanische Gruß á la Spock für uns Nerds sind das neue Umarmen… und das wiederum kann man vielleicht einfach über den Tag verteilen zusammen mit einem kleinen Schwatz? Ich würde das der  Virenschleuder-Riege in der sich alle brav für die Gratulationen aufreihen wirklich vorziehen. Es ist in Zeiten des Coronavirus sicher keine gute Idee, alle Gäste zu umarmen, oder? Ach du grüne Neune, wie ätzend das ist ☹

Für meine freien Trauungen sage ich das gern im Namen des Brautpaares als organisatorischen Hinweis am Ende der Trauung an, ist ja klar. 😊

7. Dann lieber doch das gesetzte Dinner statt des Buffets?

Klar, Buffets sind lockerer, einfacher, jeder findet was Passendes für sich und und und… die Liste der vermeintlichen Vorteile gegenüber eines gesetzten Dinners ist lang – allerdings gibt es eben aus Coronavirus-Sicht auch einen ganz großen Nachteil: Viren verbreiten sich bei Buffets viel einfacher und schneller.

Da wir höchstwahrscheinlich von einer Mischung aus Tröpfchen- und Schmierinfektionen[8] sprechen, heißt das nämlich: wenn Jemand am Buffet steht, sich womöglich unterhält und dabei kleinste Tröpfchen seines Speichels auf das Essen gelangen, sind diese in Nullkommanix beim nächsten Gast auf dem Teller. Huch. Und eine flächendeckende Ausgabe von Mundschützen für Hochzeitsgäste, damit sie ungestört am Buffet stehen können, ist vielleicht keine so wunderbare Idee.

Da wäre ich dann also eher dabei, doch auf ein gesetztes Dinner umzuschwenken. Denn eine Hand voll Köche und das Servicepersonal kann hinter den Kulissen viel besser hygienisch arbeiten, als wenn jeder Hochzeitsgast im Essen rumstochert 😉

Und wo wir schon beim Essen sind: Fingerfood und Häppchen sind in diesem Jahr vielleicht nicht die beste Idee für den Sektempfang. Eine Candybar darf in diesem Jahr gern abgepackte Süßigkeiten enthalten, oder? Ein Sweet Table ist mit einer Person der Servicecrew ausgestattet sicherer und naja, die Hochzeitstorte wird vielleicht nur angeschnitten, dann aber von der Servicecrew in der Küche auf die Teller verteilt?

Sprecht mal mit Eurem Caterer, welche Optionen zur Gefahrenminderung er sieht und wie Ihr vielleicht die eine oder andere Stellschraube nutzen könnt. Zum Wohl Eurer Gäste!

8. Alte und (chronisch) Kranke dürfen zuhause bleiben.

Dieser Absatz gilt natürlich ganz explizit nicht für mich… ich bin zwar chronisch krank und gehöre zu einer Risikogruppe, aber ich komme natürlich nach wie vor zu Eurer Hochzeit, solange mich nicht eine akute Erkrankung massiv davon abhält. Das kam bei über 300 Hochzeiten übrigens noch nie vor 😉

Im Moment wissen Experten vor allem eines: Ältere Menschen sind besonders gefährdet bei einer Infektion mit dem Coronavirus ernsthaft und lebensgefährlich zu erkranken. Das Gleiche gilt für Menschen verschiedener Risikogruppen wie solchen mit zum Beispiel Herzerkrankungen oder chronischen Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder COPD[9].

Natürlich wünscht Ihr Euch, dass Eure Liebsten mit Euch Eure Hochzeit feiern und ich bin mir sicher, auch Eure Gäste wünschen sich kaum etwas sehnlicher. Seht es Oma und Opa, Menschen aus Risikogruppen und chronisch kranken Menschen aber bitte derzeit besonders nach, wenn sie für Eure Hochzeit gezwungen sind abzusagen.

Für ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen ist es sowieso schon oft schwierig und anstrengend mit vielen Gästen gemeinsam zu feiern – die Meisten würden es trotzdem Euch zuliebe immer tun.

Jetzt, wo sie vom Coronavirus aber tatsächlich akut bedroht sind, solltet Ihr sie ohne Druck entscheiden lassen, ob sie an Eurer Hochzeit teilnehmen können und wollen oder nicht.

Ich bin mir sicher, sie werden sich die Entscheidung nie leicht machen, immer einen Arzt zu Rate ziehen und alles tun, um mit Euch zu feiern.

Vielleicht sagt Ihr Ihnen aber ganz klar, dass sie das frei entscheiden dürfen und Ihr ihnen nie böse wärt, wenn sie sich zuhause sicherer fühlen?

Ich bin mir sicher, Ihr würdet ihnen damit einen großen Stein vom Herzen nehmen.

Dürfen in diesem jahr zuhause bleiben, Omas und Opas. In Euren Herzen sind sie ja eh dabei ♥ Foto: Steven Herrschaft

9. Freie Trauung live ins Internet übertragen!

Individuelle Quarantäne, Risikogruppe, Reiseverbote oder oder oder oder – die Gründe, warum Jemand an Eurer Hochzeit nicht teilnehmen kann sind durchaus vielfältig und werden immer mehr.

Aber hey, es gibt Livestreams!

Einige meiner Brautpaare tun es eh schon längst, in diesem Jahr wird es wahrscheinlich noch mehr werden. Ich habe da ganz und gar nichts dagegen.

Denkt aber dran, dass Ihr dafür mobiles Internet oder einen Zugang zum WLAN der Hochzeitslocation braucht. FacebookLive, FaceTime, Skype, Hangouts oder WhatsApp – testet doch einfach beim nächsten Besuch in Eurer Hochzeitslocation mal, was dort wo am besten läuft.

Und danach delegiert diesen Livestream Eurer freien Trauung unbedingt, denn Ihr möchtet Euch am Hochzeitstag nicht selbst darum kümmern, dass er auch wirklich funktioniert 😉

Funktioniert wunderbar: Livestream für die Daheimgebliebenen so wie bei Jasmine und Christian 🙂 Foto: Kai Fritze

Im Idealfall nutzt Ihr das Geld, das Ihr gespart habt, weil diese Gäste absagen mussten vielleicht einfach für einen Videographen? Dann habt Ihr diesen Stress gleich von der Backe und auch noch eine weitere Erinnerung für die Ewigkeit 😊 Ich gebe Euch da gern ein paar Namen und Empfehlungen 😉

So können diejenigen, die Zuhause bleiben müssen, wenigstens an der freien Trauung teilnehmen. Wie schön! ♥

10. Denkt an das Brautkleid! JETZT!

Uh, Gemeinheit. Denn selbst wenn alles gut läuft, keiner erkrankt, alle zur Hochzeit kommen und und und, eine unschöne Prophezeiung gibt es: Brautkleider aus China könnten mittelfristig ein Problem werden, weil die Lieferketten durchbrochen waren oder sind. Mist.

Und machen wir uns nichts vor, viele Brautkleider werden in China gefertigt. Und wenn auch nicht die Kleider direkt, so doch oft die Stoffe für eben diese Brautkleider 😉

Sprecht mal mit Eurem Brautmodenladen, wie es mit Eurem Brautkleid aussieht!

Angela von Weiß zu schwarz aus Frankfurt schrieb vorgestern bei Instagram und Facebook, dass alle Kleider, die bereits bestellt sind, auch noch pünktlich kommen. Das ist ja schon mal gut.

Wenn Ihr das Brautkleid noch nicht gekauft habt, könnte es aber langsam knapp werden!

Bei Angela könnt Ihr problemlos einen privaten Termin bekommen, wenn Ihr Euch allein im Brautmodenladen wohler fühlt. Auch bei Alisa von All the Feels hier in Wiesbaden seid Ihr die einzige Braut, wenn Ihr dort einkaufen geht 😊

Hat ihr wundervolles Kleid für ihre Hochzeit in der Toskana selbst bei Angela von Weiß zu schwarz gekauft und macht jetzt Bräute glücklich, die eher so „Fashion Forward“ sind: Alisa von „All the Feels“. Eine meiner Bräute 2017 ♥
Foto: Daniel Toni Jais

Und in beiden Fällen gibt es auch noch Kleider, die noch für diesen Sommer pünktlich sein werden. Aber Ihr solltet Euch sputen. Greift am besten gleich mal zum Telefonhörer, um einen Termin im favorisierten Brautmodenladen zu reservieren und abzuklären, ob sie Lieferzeiten einhalten können 😉

So, mit diesem Wort zum Donnerstag wünsche ich Euch ein wundervolles Wochenende. Und: Bleibt gesund! Ich wünsche uns allen eine besonnene Zeit und eine flache Infektionskurve. Denkt dran: Wir sitzen alle im gleichen Boot ♥

unterschrift friederike delong als freie traurednerin trautante friederike delong

Hochzeiten in Zeiten des Coronavrius II – Traumhochzeit oder doch Albtraum Hochzeit? Juristische Einschätzung

Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus – die juristische Einschätzung von Rechtsanwältin Simone Winkler

In diesem Gastartikel von Simone Winkler, Anwältin aus Hamburg, bekommt Ihr als Brautpaar oder Dienstleister für Hochzeiten einen rechtlichen Überblick über die Situation während des jetzt begonnenen Shutdowns aufgrund des Coronavirus.

Sagen wir die ganze Hochzeit ab? Oder nur die Feier? Und wenn wir absagen, was wird dann mit den Dienstleistern. Müssen wir die trotzdem bezahlen? Letztendlich müssen die ja auch nicht leisten, wenn wir absagen, oder? Und was, wenn ich schon eine Anzahlung getätigt habe? Bekomme ich die wieder?

Zum Merken noch das Pinterestbild zum Pinnen und späterlesen und dann: Simone Winkler mit der juristischen Einschätzung, wie wir mit den anstehenden Hochzeiten in 2020 umgehen können. Bei weiteren Fragen findet Ihr Simones Kontaktdaten ganz unten in diesem Artikel. Und: Danke für deine Hilfe, Simone! ♥

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Coronavirus und Hochzeiten – Traumhochzeit oder doch Alptraum Hochzeit?

Das Corona-Virus beherrscht unseren Alltag im Moment gänzlich. Selbst wenn wir nicht Virusträger oder gar Erkrankter sind, sind wir doch alle irgendwie betroffen: Als Urlauber, die aus einem gefährdeten oder betroffenen Gebiet zurückkehren, als Pendler in vollen S-Bahnen, als Eltern von Kindern, die nicht mehr betreut werden können oder auch als Besucher von Konzerten oder Theatern, die auf die Vorstellungen verzichten müssen. Das sind alltägliche Ärgernisse, die wir aber alle irgendwie in den Griff bekommen.

Die Behörden raten, soziale Kontakte so gering wie möglich zu halten.

Das Corona-Virus beherrscht unseren Alltag im Moment gänzlich. Selbst wenn wir nicht Virusträger oder gar Erkrankter sind, sind wir doch alle irgendwie betroffen: Als Urlauber, die aus einem gefährdeten oder betroffenen Gebiet zurückkehren, als Pendler in vollen S-Bahnen, als Eltern von Kindern, die nicht mehr betreut werden können oder auch als Besucher von Konzerten oder Theatern, die auf die Vorstellungen verzichten müssen. Das sind alltägliche Ärgernisse, die wir aber alle irgendwie in den Griff bekommen.

Aber was wird denn dann mit unserer Hochzeit? Unsicherheit als unser Begleiter.

Und nun? Sagen wir die ganze Hochzeit ab? Oder nur die Feier? Und wenn wir absagen, was wird dann mit den Dienstleistern? Müssen wir die trotzdem bezahlen? Letztendlich müssen die ja auch nicht leisten, wenn wir absagen, oder? Und was, wenn ich schon eine Anzahlung getätigt habe? Bekomme ich die wieder? Fragen über Fragen, bei deren Beantwortung der nachfolgende Text helfen soll.

„Es kommt drauf an.“

Simone Winkler, allein auf weiter Flur. Im Moment vielleicht eine gute Idee 😉
Foto: Trautante Friederike (so wie alle Bilder in diesem Beitrag)

Die typische Antwort eines Juristen auf die Frage, was man denn nun machen soll, wird sein: „Es kommt darauf an.“

Und zwar unter anderem darauf, wo (in welchem Ort) die Veranstaltung stattfinden soll. Wichtig ist dies deshalb, weil verschiedene Gemeinden und Städte sog. Allgemeinverfügungen getroffen haben, mit denen übertragbare Krankheiten bekämpft werden sollen. Grundlage für diese Verfügungen ist das Infektionsschutzgesetz – IfSG (amtliche Bezeichnung: Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen). Damit werden die Landesregierungen ermächtigt, entsprechende Ge- und Verbote zu erlassen um übertragbare Krankheiten zu bekämpfen. Und die Landesregierungen dürfen wiederum diese Aufgabe an andere Stellen, wie eben die Städte und Gemeinden, übertragen. Mit diesen Rechtsverordnungen dürfen auch unsere Grundrechte wie die Freiheit der Person (Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG), der Freizügigkeit (Artikel 11 Abs. 1 GG), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 GG), der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 GG) und des Brief- und Postgeheimnisses (Artikel 10 GG) eingeschränkt werden.

So hat zum Beispiel die Stadt Heilbronn alle Veranstaltungen verboten, bei der über 200 Leute anwesend sind. Veranstaltungen mit 100 bis 199 Personen müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden und werden dann im Einzelfall geprüft. Beides gilt gleichermaßen für öffentliche wie für private Veranstaltungen. Es gibt allerdings auch Gemeinden, bei denen ist die Regelung nicht so eindeutig, weil in der entsprechenden Verfügung nicht zwischen öffentlichen und privaten Veranstaltungen unterschieden wird, dafür aber JEGLICHE Veranstaltung betroffen ist, unabhängig von der Teilnehmerzahl. Was heißt das jetzt konkret? Hochzeiten mit über 200 Gästen dürfen auf keinen Fall stattfinden, Hochzeiten mit 100 bis 199 Gästen ggf. unter Auflagen und kleinere Hochzeiten in Heidelberg derzeit problemlos. In Stuttgart allerdings sieht die Lage derzeit (!) ganz anders aus, dort darf im Zweifel gar nicht gefeiert werden.

Also ganz wichtig: Informiert euch! Ruft im Zweifel beim Ordnungsamt der Stadt an. Die können euch ganz genau sagen, wie die Verordnung auszulegen ist. Und erkundigt euch bis kurz vor der Veranstaltung über Änderungen.

Okay, beim Ordnungsamt angerufen und nachgefragt. Und jetzt?

Wir haben jetzt also nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt, zwei Möglichkeiten: Entweder ihr dürft feiern oder eben nicht. Die gucken wir uns jetzt mal etwas genauer an.

Möglichkeit 1: Es liegt für Eure Hochzeit auch während des Coronavirus kein Verbot vor

Wir fangen damit an, dass das Ordnungsamt bzw. die Gemeinde die Feier erlaubt hat, behördliche Verbote also nicht bestehen. Trotzdem habt ihr ein flaues Gefühl im Magen und wollt eure Lieben keiner noch so kleinen Gefahr aussetzen und möchtet deshalb zwar heiraten, aber nach der standesamtlichen Trauung doch keine große Feier machen, sondern diese lieber auf später verschieben.

Kommunikation!

Dann wäre jetzt der nächste Schritt, allen Dienstleistern Bescheid zu geben, dass die Hochzeit abgesagt ist. An dieser Stelle kommt es jetzt darauf an, ob euer Dienstleister, der ja bereit stand um euch euren schönsten Tag des Lebens zu ermöglichen, irgendeine Regelung zum Thema Stornierung in seinem Vertrag geregelt hat. Denn wenn das der Fall ist, gelten diese Regelungen. Also relativ einfach, denn Verträge muss man einhalten, auch wenn man sie anders beendet als ursprünglich gedacht.

Vertrag oder gesetzliche Regelung

Enthält der Vertrag keine Regelung oder es gibt gar nichts Schriftliches, ist die Sache etwas schwieriger, denn dann gelten die gesetzlichen Regelungen. Um da aber zu wissen, welche Regelung anzuwenden sind, müssen wir feststellen um was für einen Vertrag es sich handelt, denn bei den verschiedensten Verträgen finden natürlich unterschiedliche Regelungen. So gibt es bei einem Dienstvertrag Varianten in denen es eine Kündigungsfrist gibt, aber auch solche, die nicht gekündigt werden können, weil sie mit „Zweckerreichung“ enden oder aber für eine bestimmten Zeitraum geschlossen werden oder auf eine einmalige Dienstleistung beschränkt sind. Beim Werkvertrag hingegen, kann der Auftraggeber (also ggf. das Brautpaar) jederzeit kündigen.

Simone Winkler in ihrer Lieblingsstadt. Hamburg ♥

Dienst- oder Werkvertrag?

Bei der Unterscheidung zwischen Dienst- und Werkvertrag kommt es darauf an, was der Zweck des Vertrages ist. Ist der Zweck des Vertrages die Durchführung einer Handlung, dann haben wir einen Dienstvertrag. Kommt es euch auf das Ergebnis an, dann haben wir einen Werkvertrag.

Beispiel DJ: Wahrscheinlich Dienstvertrag

Beispiele gefällig? Gerne doch: Der Auftritt eines DJs auf einer Hochzeit wird regelmäßig ein Dienstvertrag sein, denn es kommt euch hier darauf an, dass er für die Dauer seines Auftritts die Gäste und vor allem natürlich das Brautpaar gut unterhält. Dann kommt es euch genau darauf an, auf die Art und Weise der Durchführung des Auftritts. Ihr werdet mit ihm vereinbart haben, welche Musik er spielen soll und wie lange und welche Pausen, etc. pp. Also? Richtig! Dienstvertrag.

Beispiel Friseurin und Visagistin: Wahrscheinlich Werkvertrag

Bei einer Friseurin oder Visagistin hingegen, kommt es euch vor allem auf das Ergebnis an. Ihr wollt am wichtigsten Tag in eurem Leben PHANTASTISCH aussehen. Wie der Künstler (ja, für mich sind unter Umständen auch Friseure und Visagisten Künstler) zu diesem Ergebnis kommt, ist euch im Zweifel nicht so wichtig. Hauptsache, das Ergebnis stimmt.

Okay, Dienstvertrag oder Werkvertrag geklärt. Und nun?

So. Nun wissen wir, welchen Vertrag wir haben und schauen uns an, was es zum Thema Kündigung zu sagen gibt. Um es relativ einfach zu halten, bleibe ich bei meinen beiden Beispielen DJ und Visagistin.

Beispiel DJ: Wahrscheinlich Dienstvertrag

Der Vertrag mit dem DJ ist ein Dienstvertrag, der für einen genauen Zeitraum geschlossen wurde, nämlich für die Dauer eurer Hochzeitsfeier. Aus diesem Grunde haben wir hier einen Vertrag, der nicht vorher gekündigt werden kann bzw. nur mit einem wichtigen Grund. Bei der Frage, was ein wichtiger Grund für eine Kündigung ist, hilft uns ein Blick ins Gesetz. (Glaubt mir, als Jurastudentin habe ich diesen Satz gehasst. Aber er ist verdammt richtig ;-)) Dort erklärt uns § 314 Abs. 1 Satz 2 BGB:

„Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“

In diesem Falle müsste also abgewogen werden, ob euer Interesse, euer flaues Gefühl zu beruhigen und die Gefährdung eurer Gäste vollständig auszuschließen, höher wiegt, als das Interesse des DJs, dass der Vertrag wie geplant ausgeführt wird.

Diese Frage dürfte hier wohl mit „Nein“ zu beantworten sein. Denn zum einen besteht ja die gleiche Gefahr für den Dienstleister wie für euch und eure Gäste und zum anderen handelt es sich bei DJs meist um Einzelkämpfer, für die jeder einzelne Auftritt das finanzielle Überleben sichert.

Ihr müsst also davon ausgehen, dass ihr diesen Dienstvertrag für Eure Hochzeit nicht kündigen könnt.

Eine weitere Möglichkeit zur vorzeitigen Beendigung ist ein Rücktritt vom Vertrag. Für einen Rücktritt vom Vertrag wäre es notwendig, dass der Vertragspartner die geschuldete Leistung nicht oder nicht wie vereinbart erbringt. Dann wäre es unter bestimmten Umständen möglich, einen Rücktritt vom Vertrag zu erklären. Allerdings ist auch diese Möglichkeit hier nicht anwendbar, weil der DJ hier ja noch nicht mal die Möglichkeit bekommt, seine Dienstleistung zu erbringen. Ihr könnt also weder zurücktreten noch kündigen. Der Vertrag bleibt bestehen und ihr müsst den Dienstleister voll auszahlen.

Was aber immer geht, ist der Abschluss eines Aufhebungsvertrages. In dem könntet ihr euch mit dem Künstler einigen, unter welchen Bedingungen der Vertrag doch beendet werden könnte.

Beispiel Friseurin oder Visagistin: Wahrscheinlich Werkvertrag

Bei einem Werkvertrag sieht die Sache erheblich einfacher aus. Dort ist vorgesehen, dass der Auftraggeber jederzeit den Werkvertrag kündigen kann. Also schon vor der Ausführung oder ggf. auch während der Ausführung. Geregelt ist das in § 648 Satz 1 BGB. Dort ist geregelt:

„Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen.“

Super, könnte man sich freuen, dann ist ja alles gut. Wir sagen die Hochzeit einfach ab und die Visagistin guckt in die Röhre, ohne eine Vergütung.

So einfach ist es dann aber eben doch nicht. Denn der § 648 BGB hat auch noch einen Satz zwei und einen Satz drei. Diese sind ziemlich kompliziert formuliert, weshalb ich euch den Gesetzestext erspare. Die Reglung dieser beiden Sätze läuft darauf hinaus, dass der Auftragnehmer, hier also die Friseurin oder Visagistin, einen Teil der Vergütung trotzdem verlangen kann. Da es über die Höhe dieser Vergütung in der Vergangenheit viele Rechtsstreitigkeiten gegeben hat, hat der Gesetzgeber jetzt geregelt, dass der Unternehmer 5 % der noch offenen Leistung verlangen kann, auch wenn er sie nicht erbringt. In Einzelfällen kann das auch mehr oder weniger sein, aber das wäre jetzt zu kompliziert.

Hinsichtlich eines Rücktritts vom Vertrag kann ich es mir einfach machen und nach oben verweisen, denn auch da gelten die beim Dienstvertrag gemachten Ausführungen.

Terminverschiebung: Einfach erstmal einigen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verschiebung des Termins. Auch das ist jederzeit möglich, wenn ihr euch einigen könnt.

Aber gerade beim Thema Hochzeit und die dazu gehörigen Dienstleistungen könnte das schwierig werden, denn die Hochzeitssaison ist nur von Mitte April bis Mitte Oktober und in dieser Zeit gibt es nur eine endliche Anzahl von Wochenenden und je nach Dienstleistung ist jeder auch nur in der Lage eine bestimmte Anzahl von Hochzeiten an einem Wochenende zu betreuen.

Bei einer Verschiebung auf einen Termin an einem normalen Werktag oder in die Wintermonate werden die meisten Hochzeitsdienstleister sicherlich kulant sein, wenn Ihr offen mit ihnen redet.

Eine Verschiebung kann relevant sein, wenn die Leistungen des Dienstleisters an bestimmte Ereignisse gebunden sind, die er selbst nicht beeinflussen kann. Im Falle einer Hochzeit kann man hiervor sicherlich ausgehen 😉

Ist also der neue Termin erst einmal fest vereinbart, seid ihr als Brautpaar genau so daran gebunden, wie euer Dienstleister auch.

Solltet ihr euch nicht auf einen Ausweichtermin einigen können, gilt das oben Gesagte zu Kündigung und Rücktritt.

Zwischenfazit: Passt Eure Hochzeit vielleicht an, aber feiert die Liebe!

Wenn ihr die Hochzeit absagen wollt, weil ihr kein gutes Gefühl dabei habt, sie aber grundsätzlich hätte stattfinden können, weil es kein Verbot gibt oder gab, seid ihr entweder an eure Verträge gebunden oder aber könnt kündigen und müsst dem Auftragnehmer aber einen Teil seiner Vergütung zukommen lassen.

Hier ist es sicherlich besser, die Hochzeit an die neuen Gegebenheiten anzupassen, aber zu feiern, was es in dieser Krise zu feiern gibt. Nämlich, dass Ihr den Rest Eures Lebens miteinander verbringen wollt! Auch wenn die Hochzeit dann vielleicht auf dem heimischen Sofa mit nur fünf Gästen und mitgebrachten Kuchen stattfindet, sie findet statt!

Eure Dienstleister stehen sicher hinter Euch bei allem, was sie möglich machen können!

Möglichkeit 2: Es liegt ein behördliches Verbot vor

Erheblich einfacher wird die Sache, wenn die ein behördliches Verbot vorliegt für jegliche Zusammenkünfte, wenn also auch eine Verkleinerung und Anpassung der Hochzeit keine Option sein kann.

Dann spricht man davon, dass die Leistung des Auftragnehmers unmöglich wird. Sie kann einfach nicht ausgeführt werden, weil die Hochzeit nicht stattfinden kann. Dann kommt § 275 Abs. 1 BGB zur Anwendung:

„Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist.“

Mit anderen Worten: Kann der Dienstleister nicht leisten, muss er das auch nicht. Allerdings hat er dann auch keinen Anspruch auf seine Vergütung.

An dieser Stelle kommt natürlich die berechtigte Frage auf, was denn mit einer geleisteten Anzahlung passieren soll, wenn doch der Unternehmer eigentlich gar keinen Anspruch auf seine Vergütung hat.

Schon angefangen oder nicht?

An dieser Stelle muss meines Erachtens unterschieden werden, ob der Dienstleister ggf. schon mit der Umsetzung des Vertrages angefangen hat oder nicht. Und wenn er denn schon angefangen hat, ob diese Teilleistung für den Auftraggeber später ggf. noch einmal von Nutzen sein kann.

Beispiel Hochzeitsplaner: Schon angefangen

Nehmen wir als Beispiel mal einen Hochzeitsplaner.

Dieser wird im Zweifel weit vor der Hochzeit Gespräche führen und sich schon an die Vorbereitung der Hochzeit machen.

Das heißt er hat schon gearbeitet. Muss die Hochzeit ausfallen, weil es eben zum Beispiel ein behördliches Verbot von Feiern gibt und Ihr findet keinen gemeinsamen neuen Termin für die Hochzeit um sie zu verschieben, ist zu unterscheiden, ob Ihr als Brautpaar diese Arbeiten ggf. bei einer späteren Hochzeit nutzen könnt oder nicht, ob also eine nutzbare Teilleistung vorliegt.

Ist das nicht der Fall, können die erbrachten Leistungen also später nicht mehr genutzt werden, so fällt es meiner Meinung nach in das wirtschaftliche Risiko des Dienstleisters und er muss die Anzahlung zurückzahlen.

Könnt Ihr als Brautpaar, also Auftraggeber, die Informationen oder bereits erbrachten Leistungen aber später einsetzen, weil Ihr zum Beispiel aufgrund der vom Hochzeitsplaner erbrachten Leistungen oder Vermittlungen später Geld sparen würdet, so ist diese Leistung meines Erachtens zu vergüten, die Anzahlung kann also nicht vollständig zurückgefordert werden.

Beispiel Fotograf: Noch nicht angefangen

Ist vom Dienstleister, zum Beispiel dem Fotografen der noch nicht zur Kamera gegriffen und noch kein Vorgespräch geführt hat, wirklich noch keine Leistung erbracht worden, muss dieser die Anzahlung an Euch zurückzahlen, wenn Eure Hochzeit behördlich verboten wurde oder wird.

Das gilt natürlich nur dann, wenn Ihr alles versucht habt, die Hochzeit stattfinden zu lassen und das behördliche Verbot jegliche Hochzeit – selbst wenn sie zu zweit auf einem Berg stattfinden würde – untersagt.

Fazit: Großer Mist.

Wie wir es auch drehen und wenden, das Ergebnis jetzt in Zeiten des Coronavirus ist in keinem Falle schön. Und wir alle sollten an einem Strang ziehen, denn wir sitzen alle im gleichen Boot.

Ihr wisst jetzt, was die Möglichkeiten sind. Im Zweifel empfehle ich Euch aber natürlich eine juristische Beratung, wenn Ihr immernoch Fragen habt. Meine Kontaktdaten findet Ihr ganz unten in diesem Artikel.

Es gilt aber: Erstmal Ruhe bewahren und abwarten. Flexibel bleiben. In zwei Monaten kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen.

Deshalb möchte ich euch folgendes vorschlagen:
  1. Ruhig bleiben, Tee trinken und dann erst einmal ganz in Ruhe informieren!
  2. Liebe Brautpaare, sucht euch Dienstleister mit schriftlichen Verträgen! Dann ist einfach klar, wie es aussieht für Euch.
  3. Liebe Dienstleister, nehmt in eure (noch zu erstellenden) Verträge Stornoregelungen auf (auch in Bezug auf ggf. geleistete Anzahlungen)! Mehr Klarheit für alle!
  4. Redet miteinander! Kommunikation ist das A und O.
  5. Versucht gemeinsam eine Lösung zu finden, verschiebt Termine, passt die Hochzeit den Gegebenheiten an. Die Absage der Hochzeit ist für beide Seiten schon schlimm genug. Macht euch also nicht gegenseitig das Leben noch schwerer, in dem ihr euch um Geld streitet. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten.

In diesem Sinne, auf dass wir alle gesund bleiben, wenn Ihr weitere Fragen habt, kommentiert sie doch bitte oder meldet Euch einfach für eine juristische Beratung direkt bei mir,

Simone Winkler

 

Quelle: http://trautante.de/hochzeiten-in-zeiten-des-coronavrius-ii-traumhochzeit-oder-doch-alptraum-hochzeit-juristische-einschaetzung/


Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus III – 10 Schritte, die Ihr jetzt als Brautpaar tun müsst für Eure Hochzeit 2020!

Quelle: http://trautante.de/hochzeiten-in-zeiten-des-coronavirus-10-schritte-die-ihr-jetzt-als-brautpaar-tun-musst-fur-eure-hochzeit-2020/

Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus

Vor drei Tagen war unsere Welt noch fast in Ordnung. Ich gab Euch Tipps, wie Ihr auf Euren Hochzeiten mit dem Coronavirus umgehen könnt und es war ganz klar, dass Ihr dieses Jahr heiratet – genau wie geplant. Juhu. Heute befinden wir uns im berechtigten Lockdown und tun alles, damit der Coronavirus sich nicht zu schnell zu sehr ausbreitet. Auf dass alle unsere Mitmenschen eine Chance haben auf medizinische Versorgung. Gestern gab es dann den Artikel der Rechtsanwältin Simone Winkler mit einer juristischen Einschätzung der Situation für Eure Hochzeit in 2020.

Aber ich verstehe, bei all den undurchsichtigen Meldungen, der krass dynamischen Entwicklung der letzten Tage und überhaupt mit den ganzen Dingen im Hinterkopf als Braut und Bräutigam wahrscheinlich verunsichert seid und bald wahnsinnig werdet. Einfach nicht wisst, was Ihr tun sollt. Aaaarrggghhhh!!!

Deswegen habe ich Euch heute – nach dem Gastartikel der Anwältin Simone Winkler zur juristischen Situation – einen weiteren Beitrag der komplett ungeplanten Reihe „Hochzeiten während des Coronavirus“ mitgebracht: X Schritte, die Ihr jetzt unternehmen solltet, wenn Ihr geplant habt, in 2020 zu heiraten!

Ich hoffe, ich kann Euch mit diesem Eindruck, was ich an Eurer Stelle tun würde ein wenig Luft zum tief durchatmen verschaffen. In kerngesund natürlich 😉

Zum Merken noch das Pinterestbild zum Pinnen und späterlesen, wie immer. Aber eigentlich solltet Ihr einfach gleich loslegen 🙂

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Liebe und Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus – was sollen wir nur tun?!

Ich will mich mit den Vorreden gar nicht lange aufhalten. Ich will nur schon mal sagen: Alle gemeinsam kriegen wir das schon hin! Wir können das Virus nicht töten, aber wir können es zumindest bremsen. Und wir können Menschen aus Risikogruppen unterstützen und beschützen. Dafür müssen wir zwar jetzt kürzer treten, aber wenn wir alle an einem Strang ziehen und danach die Hände waschen, bekommen wir das schon hin! Versprochen! ♥

Trotzdem: Ihr steckt mitten in den Hochzeitsvorbereitungen und seit dem beginn des berechtigten Lockdowns am Freitag, den 13. (wie passend!) seid Ihr komplett verunsichert, was denn nun los ist. Das ging mir erstmal genau so. Und ich heirate nicht mal!

Kann Eure Hochzeit stattfinden, muss sie abgesagt werden, kommt Ihr nicht unter die Haube oder doch? Was passiert hier eigentlich grad? Uff, was für eine dumme Situation!

Aber mit diesen Schritten kommt Ihr weiter 🙂

Schritt 1: Nicht noch mehr schlechte Nachrichten!

Mit den ganzen Schreckensnachrichten der letzten Tage steckt Ihr als Braut und Bräutigam grad in einer Abwärtsspirale, die es aufzuhalten gilt. Tränen, Angst und Unsicherheit müssen jetzt erstmal weg.

Also: Macht erstmal die Nachrichten und Schreckensmeldungen aus. Alle! Auch Instagram, Facebook und Co sind im Moment nicht zu gebrauchen.

Die machen nur wahnsinnig, wirklich! Macht das aus! Angst ist kein guter Begleiter. Verlasst Euch daher auf Informationsquellen, die sinnvoll sind.

Ich kann Euch das Coronaupdate des NDR sehr empfehlen, genau so wie die offiziellen Daten des Robert-Koch-Instituts, die wir als Bürger ohne Fachkauderwelsch bei www.infektionsschutz.de finden.

Alles andere macht einfach erstmal aus und lasst Euch nicht verrückt machen 🙂

Schritt 2: Mitten in die Fresse rein!

Der Schritt zwei macht richtig viel Spaß, finde ich. Denn das Adrenalin, dass sich durch die ganzen schlechten Nachrichten und Spekulationen dank des Coronavirus im Zusammenhang mit Eurer Hochzeit angehäuft hat, muss jetzt weg. Damit der Kopf frei werden kann für besonnenes Handeln.

Also: nehmt Euch ein paar Kissen und schlagt auf sie ein, kitzelt Euch durch bis zur totalen Erschöpfung, habt meinetwegen Sex bis zum Umfallen, schreit die Toilette an, zieht den Polterabend vor und zerdeppert Euer Geschirr im Hinterhof oder tanzt einfach eine halbe Stunde wild durch die Wohnung – was Ihr auch unternehmt: Wenn es Euch gut geht, powert Euch mal kurz so richtig aus! Wirklich! Die volle Kanne, bis Ihr nicht mehr könnt!

Das Adrenalin muss weg!

Und ob Ihr zu zweit oder alleine auf Kissen einschlagt oder tanzt ist dabei vollkommen egal, Hauptsache, Ihr baut damit die Stresshormone ab. Und das schnell, also los! Nicht warten, erstmal rumspringen, dann weiterlesen 😉

Das hier ist übrigens meine „Raustanz“-Playlist bei Spotify. Die nutze ich zwar normalerweise nur, wenn ich mich über irgendwen aufrege, aber hey, geht jetzt bestimmt auch in Zeiten von Corona 😀

Also, voll aufdrehen und los!

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Schritt 3: Mit dem Schatz an die frische Luft! Tief durchatmen!

So, die Stresshormone dürften zumindest weniger sein. Das ist doch schon mal gut.

Aber ja, erstmal ist grad alles Scheiße. Punkt. Das ist so. Für uns alle. Und das ist ja der Punkt: Wir sitzen alle gemeinsam in diesem riesigen Boot. Alle! Also ist es erstmal wichtig, die Ruhe zu bewahren, tief durchzuatmen und Verständnis walten zu lassen. Die Liebe sollte ganz besonders zählen im Moment. Ja, Großveranstaltungen, Messen und Reisen sind abgesagt oder eingeschränkt. Aber Spaziergänge, Musik, Familie, Lesen, Singen, Lachen, Netflix und Chill sind noch mehr als ausreichend vorhanden. Und dazu ein ganzer Haufen Zusammenhalt, Verständnis füreinander und Hoffnung!

Also, legt jetzt wenn Ihr diesen Artikel fertig gelesen habt, erstmal alles aus der Hand, gebt Euch einen Kuss (Ihr wohnt zusammen, das Kind ist schon in den Brunnen gefallen ;)), nehmt Euch an der Hand und fahrt mal raus in den Wald. Da ist kein Virus, da sind wenig Menschen und von denen, die da sind könnt Ihr gut einfach zwei Meter Abstand halten.

Und dann geht Ihr einfach eine Runde spazieren, Hand in Hand durch den frühlingshaften Wald, der schon auf uns wartet 🙂

Du willst jetzt nicht weg sondern wissen, wie es weitergeht? Geh wenigstens kurz auf den Balkon oder vor die Tür, los. Es ist Abend, wenn ich diesen Artikel veröffentliche, es war ein wunderbarer Sonnentag, vielleicht gibt es Sterne draußen? Geh gucken und atme tief durch, los!

Schritt 4: Nehmt das Ruder in die Hand!

Eure Hochzeit findet im Mai, Juni, Juli oder später statt? Wunderbar, nichts tun!

Brautpaare jenseits des April brauchen hier jetzt und heute erstmal gar nichts zu tun. Die Situation der nächsten Wochen ist noch so unklar, dass es Quatsch wäre, jetzt irgendwas zu machen. Wartet mal noch mindestens bis Ende März ab. Wirklich. Dann wissen wir viel mehr. Nämlich ob die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, die rasante Verbreitung des Virus bremsen können, wie lange die Maßnahmen noch anhalten und so weiter und so fort. Ihr braucht jetzt erstmal noch gar nichts zu tun. Wirklich!

Ihr dürft jetzt also gehen und Ende März wiederkommen. Der restliche Artikel ist für Euch erstmal Quatsch und nicht für Euch gemacht 🙂

Geht lieber schöne Dinge tun 🙂

Brautpaare für März, April und Mai: Die Gästeliste überarbeiten

Nehmt Euch mal die Gästeliste zur Hand und tut zwei Dinge.

  1. Alle ladungsfähigen Anschriften ergänzen (auch für Angestellte der Dienstleister)
  2. In Kategorien einteilen, so hart das ist

Sollte auf Eurer Hochzeit Jemand sein, der in den Tagen nach der Hochzeit positiv auf das Coronavirus getestet wird, könnt Ihr so direkt die Liste dem Gesundheitsamt aushändigen und damit die Infektionskette stoppen. ♥

Und wieso die Kategorien? Nun ja, mit den Kategorien wisst Ihr, von welchem Personenzahlen Ihr in Zukunft sprechen werdet. Diese Personenzahlen sind nämlich Grundlage für alle weiteren Schritte.

Ich würde folgende Kategorien wählen:

  1. Brautpaar
  2. Trauzeugen
  3. Die wirklich allerwichtigsten Menschen
  4. Dienstleister
  5. wichtige Menschen
  6. Menschen aus den Risikogruppen (also derzeit Raucher (auch Junge!), Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen)
  7. alle Anderen

Schritt 5: Informationen einholen!

So, jetzt wird es spannend. Die Grundlage für alle weiteren Schritte habt Ihr 🙂

Also los geht`s!

Fast alle Städte und Gemeinden passen derzeit kontinuierlich ihre Maßgaben und Amtverfügungen an. Wo am Donnerstag noch Veranstaltungen bis 1000 Menschen erlaubt waren, sind es bei uns in Wiesbaden derzeit (Sonntag Abend) noch 150 Menschen, morgen werden es wahrscheinlich nur noch 100 sein, weil das Land Hessen diese Grenze neu definiert hat.

Und das ist genau die Krux: Dadurch, dass wir in Deutschland im Föderalismus leben, gibt es keine einheitliche, flächendeckende Lösung für ganz Deutschland. Die einzige verlässliche Quelle, in welchem Rahmen Eure Hochzeit stattfinden kann, sind daher Folgende:

  • Die Anordnungen der Gemeinde oder Stadt das Standesamt und Trauungen dort betreffend
  • Die Anordnungen der Gemeinde oder Stadt private Veranstaltungen betreffend (zuständig ist dort das Ordnungsamt)

Genau diese beiden Dinge schaut Ihr Euch an und nehmt sie in alle Gespräche mit. Denn: Das sind die Anordnungen, nachdem sich ALLE richten müssen. Auch Eure Dienstleister, die Location oder sonstwer.

Schritt 6: Entscheiden, wie Ihr die Informationen bewertet aka „Wen laden wir aus?!“

Prinzipiell ist es so: Eure Hochzeit kann stattfinden, solange zwei Menschen ins Standesamt gehen können oder solange Gottesdienste stattfinden dürfen oder (letzte Möglichkeit ;)) Ihr zu dritt mit einem freien Redner irgendwo stehen dürft.

Denn selbst, wenn Eure standesamtliche Hochzeit nicht stattfinden kann (also wirklich alle Trauungen abgesagt sind), könntet Ihr eine freie Trauung machen. Und das geht auch weiterhin bis zur erlaubten Veranstaltungsgröße (bei uns in Wiesbaden also Stand jetzt bis 100 Personen, in Mainz zum Beispiel bis 75 Personen).

Wie gut, dass Ihr eine priorisierte Gästeliste habt für alle Eventualitäten! ♥

Denn so könnt Ihr jetzt entscheiden:

„Bis zu welcher Personenzahl gehen wir runter ohne zu versuchen zu verschieben?“

Denn seien wir doch mal ehrlich, zum Heiraten braucht es erstmal nur zwei Menschen die sich lieben, einen Standesbeamten, Pfarrer oder Redner, vielleicht noch einen Fotografen und/oder einen Videografen für die, die nicht dabei sein können und mehr nicht. Fertig 😀

Ob Ihr auf mehr besteht oder ob Ihr die Chance nutzt, Eure Hochzeit und damit Eure Liebe ganz für Euch selbst zu feiern, das bleibt ganz allein Euch überlassen. Also überlegt, bis zu welcher Zahl Gäste Ihr runtergehen könntet ohne über eine Verschiebung nachzudenken.

Ich selbst habe übrigens für Brautpaare, die von Schließungen oder Restriktionen des Standesamtes betroffen sind, einen „Corona-Notfall-Preis“ beschlossen, damit Hochzeiten seltener verschoben werden müssen. Ich lasse Euch nicht im Regen stehen. Für mehr Hoffnung und Liebe auch und gerade in Krisenzeiten ♥ Schreibt mir einfach gleich unten eine Anfrage, ich schaue, was ich tun kann 🙂

Schritt 7: Gespräche mit Kategorie 6 aka Risikogruppen

So. Nun wisst Ihr „was geht“ und wisst, bis zu welcher Personenzahl Ihr mitgeht.

Sprecht jetzt mit Gästen der Kategorie 6, also mit Gästen, die direkt gefährdet sind, einen schlechteren Verlauf zu haben, wenn sie sich mit SARS-CoV-2 infizieren.

Denn die Meisten dieser Gäste werden sowieso an Eurer Hochzeit derzeit nicht teilnehmen wollen. Wenn sie darauf bestehen, solltet Ihr sie liebevoll darum bitten, darüber nochmal nachzudenken, ganz zu ihrem eigenen Wohl.

Ihr könnt ja mit Videostream locken, wie ich in meinem ersten Artikel zum Coronavirus bereits schrieb 😉

Schritt 8: Gespräche mit Kategorie 4 aka Dienstleister

Wir Dienstleister sind ganz unmittelbar von den Maßnahmen derzeit betroffen. Denn mit den Absagen größerer Veranstaltungen etc. bricht vielen von uns die Überlebensgrundlage weg. Für wen soll ein Caterer denn kochen, wenn jetzt alle Kunden absagen, für wen sollen DJs denn spielen, wenn keine Gäste da sind und für wen sollen Fotografen denn Erinnerungen festhalten, wenn keine großen Erinnerungen geschaffen werden?!

Genau!

Ihr könnt Euch also ziemlich sicher sein, dass Eure Dienstleister für Euch da sind, wenn die Hochzeit stattfindet.

Vergesst aber auch nicht: Wir setzen uns selbst einer direkten Gefahr aus, wenn wir für Euch da sind.

Das heißt im Umkehrschluss auch: Die Meisten Dienstleister sind gerne für Euch da, auch dann wenn Ihr Eure Hochzeit verschieben wollt.

Also, kommuniziert offen mit Euren Dienstleistern und sprecht mit ihnen ab, wie die Möglichkeiten derzeit aussehen. Und vergesst nicht: Ihr kennt die aktuellen amtlichen Vorgaben und kennt Eure Personenzahlen ganz genau. Kommuniziert also auf Augenhöhe ♥

Fragt aber bitte auch ganz klar, was passiert, wenn einer der Dienstleister plötzlich selbst erkrankt und ggf. nicht leisten kann

Ich habe mit den „German Celebrants“, die ich 2014 ins Leben rief eine wunderbare Rückendeckung. 250 Kolleginnen und Kollegen innerhalb Deutschlands, die Euch als Brautpaar und mir als Dienstleisterin den Rücken stärken und unkompliziert einspringen und unterstützen wollen, wo es nötig wird. Ganz abgesehen von meinem eigenen Team seid Ihr Braut bei mir also sicher 😉

Schritt 9: Entscheiden ob Ihr durchzieht oder verschieben wollt

Jetzt habt Ihr im Grunde alle Informationen zusammen, die Ihr braucht. Ihr wisst was Stadt oder Gemeinde vorgeben, aber auch wie viele Personen an Eurer Hochzeit teilnehmen und ob sie gff. im kleinsten Kreis stattfinden kann. Ihr wisst, wie die Personen aus den Risikogruppen zu einer Teilnahme stehen und wie es mit den Dienstleistern aussieht.

Jetzt liegt es also an Euch:

Zieht Ihr durch oder verschiebt Ihr?

Vielleicht geht Ihr für diese Entscheidung einfach wieder in den Wald und redet mal ganz in Ruhe drüber. Ihr kennt ja jetzt alle Daten und Fakten… und Zeit zu zweit schadet sicher grad nicht 😉

Schritt 10: Konsequenzen ziehen!

Egal wie es aussieht, steht zu Eurer Entscheidung und zieht sie durch!

Feiern!!!

Wirklich, wenn Eure Hochzeit eh nur mit 35 Gästen stattfinden sollte, dann feiert. Es wird empfohlen alle soazialen Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren und Abstand zu halten. Schaut einfach, was Ihr noch so tun könnt um dem Virus keine Chance zu geben, aber feiert!!! Das Leben und die Liebe!!!

Reduzierung? Bis zu Eurer persönlichen Mindestzahl 🙂

Wirklich, kein Gast wird Euch in der jetzigen Situation böse sein, wenn Ihr sagt „hey, bleibt doch bitte zuhause, wir wollen viele Menschen nicht verantworten“.

Verschiebung? Bitte in den Winter!

Wenn Ihr Eure Hochzeit verschieben wollt, dann respektieren das sicher alle. Schaut mit den Dienstleistern, welchen Termin Ihr finden könnt, so dass alle weiterhin an Bord sind.

Und dann freut Euch auf eine wunderbare Winterhochzeit in den Monaten November, Januar, Februar und März. Oder auf eine ganz besondere Hochzeit an einem Werktag oder Sonntag.

Corona erfordert krasse Maßnahmen und Zugeständnisse von uns allen.

Tut uns Dienstleistern für Hochzeiten einen Gefallen und kommt gar nicht erst auf die Idee, auf einen Freitag oder Samstag im Sommer verlegen zu wollen. Das ist nicht möglich ohne unsere Existenzen wissentlich zu zerstören. Denn wir können schließlich nicht drei Monate (oder mehr) unserer Einnahmen einfach aussetzen 😉

Aber ich wette, wir alle sind gerne im Winter für Euch da und können relativ einfach einen Termin finden 😉

Zur Anregung blogge ich Euch morgen gleich mal eine Winterhochzeit, heute muss erstmal ein Pinterestboard zur Inspiration reichen… denn WINTERHOCHZEITEN SIND MEGA!!!!

Trautante | Rednerin für freie Trauung und HochzeitFreie Trauung: Winter

Absage? Kommt nicht in die Tüte!

Eine komplette Absage kommt sicher absolut nicht in Frage. Ihr liebt Euch und da kann so ein bisschen Virus dieser Liebe auch nichts anhaben. Außerdem würdet Ihr damit Euch, Euren Liebsten und uns Dienstleistern wehtun.

Und das will ja Niemand 😉

Zusammengefasst

Nochmal zum Übertragen in den Hochzeitsplaner:

  1. Nicht noch mehr schlechte Nachrichten! (Social Media und Nachrichten ausmachen!)
  2. Mitten in die Fresse! (Abreagieren!)
  3. Mit dem Schatz an die frische Luft! Tief durchatmen!) (Spazieren gehen, oder zumindest auf den Balkon)
  4. Nehmt das Ruder in die Hand! (Nichts machen für Mai und später, Gästelisten überarbeiten für März und April)
  5. Informationen einholen
  6. Entscheiden, wie Ihr die Information bewertet
  7. Gespräche mit den Risikogruppen
  8. Gespräche mit den Dienstleistern
  9. Entscheiden ob Ihr durchzieht oder verschieben wollt
  10. Konsequenzen ziehen

Habt eine gute Woche, feiert das Leben!

So. Und jetzt erstmal an die frische Luft und dann im „besonnenen Panikmodus“ frisch ans Werk. Und am Ende, wirklich, wird einfach alles gut. Denn Ihr heiratet den Menschen, den Ihr liebt und dürft Ihn für immer behalten. Und da ist es völlig egal, wie viele Gäste Ihr habt, ob Ihr jetzt oder im kommenden Winter heiratet oder oder oder.

IHR LIEBT EUCH! Und darauf kommt es an!

Mit ganz viel Liebe ♥


Unterstützung für Selbstständige & Insolvenzrecht

Was wird aus den Solo-Selbstständigen?

Während große und mittelständische Unternehmen schon vor großen Herausforderungen wegen der Corona-Krise stehen, ist die Existenz bei kleinen Firmen, Solo-Selbstständigen und Kulturschaffenden massiv bedroht. Politiker und die Verbände fordern hier ebenfalls die Unterstützung vom Staat und der BA.

Fordert einen Rettungsfonds für Solo-Selbstständige und Kulturschaffende: Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt

"Wir brauchen Kurzarbeitergeld für alle Erwerbstätigen, die durch Corona in Probleme kommen", sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Bereits am Sonntag hatte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt betont: "Ähnlich wie beim Fluthilfefonds 2013 brauchen wir jetzt einen Rettungsfonds für Solo-Selbstständige und Kulturschaffende."

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach sich dafür aus, "sehr schnell einen staatlichen Notfallfonds" für Solo-Selbstständige und sehr kleine Unternehmen einzurichten. "Bei diesen Unternehmern fällt der Umsatz über Nacht drastisch, manchmal bis auf Null. Und sie wissen aktuell nicht, wann sie wieder Aufträge bekommen und diese annehmen dürfen. In vielen Fällen werden sie in dieser Situation auch keinen Kredit bekommen", stellte DIHK-Präsident Eric Schweitzer fest. Deshalb sei ein Fonds nötig, der den Betroffenen "unbürokratisch für die kommenden Wochen und Monate Überbrückungsgelder beziehungsweise direkte Hilfe zum Lebensunterhalt auszahlt".

 

Insolvenzantragspflicht soll ausgesetzt werden

Zudem will die Bundesregierung von der Corona-Krise betroffene Unternehmen vor Insolvenzen zu schützen. Vorbild seien dabei Regelungen, die schon bei den Hochwasserkatastrophen 2002, 2013 und 2016 angewendet worden waren, teilte das Justizministerium mit.

"Wir wollen verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. "Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020."

Voraussetzung für die Aussetzung soll sein, dass der Insolvenzgrund auf Folgen der Pandemie beruht. Außerdem müssen öffentliche Hilfen beantragt sein und es Sanierungschancen geben. Die Bundesregierung hatte zuletzt in unbegrenztem Umfang Kredithilfen und Bürgschaften in Aussicht gestellt. Steuerliche Maßnahmen sollen ebenfalls den Druck von Unternehmen nehmen.

 

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/kurzarbeitergeld-corona-101.html

Stand: 16.03.2020